Alltagsbegleiter hält die Hand von einem älteren Mann

24-Stunden-Pflege zu Hause: Wie Sie auch im Alter noch selbstbestimmt leben

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Table of Contents

Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Die sogenannte „24-Stunden-Pflege“ bedeutet meist die Anwesenheit einer Betreuungskraft in häuslicher Gemeinschaft (Live-In), jedoch keine Rund-um-die-Uhr-Arbeitszeit.
  • Alternative zum Heim: Über 70 % der Pflegebedürftigen möchten zu Hause bleiben. Dieses Modell ermöglicht den Verbleib in den eigenen vier Wänden.
  • Interkulturelle Kompetenz: In Berlin ist die sprachliche Barriere oft ein Problem. Dienste wie DAKOS bieten Pflegekräfte, die Deutsch, Russisch, Polnisch oder Englisch sprechen.
  • Rechtssicherheit: Achten Sie auf das Entsendemodell (A1-Bescheinigung) oder direkte Anstellung, um Scheinselbstständigkeit zu vermeiden.
  • Finanzierung: Nutzen Sie Pflegegeld, Verhinderungspflege und steuerliche Absetzbarkeit zur Reduzierung der Eigenkosten.
  • Ganzheitlicher Ansatz: Erst die Kombination aus häuslicher Betreuung und professioneller medizinischer Behandlungspflege schafft ein sicheres Umfeld.

Der Wunsch, den Lebensabend in den eigenen vier Wänden zu verbringen, ist tief in uns verwurzelt. Wenn jedoch altersbedingte Einschränkungen, chronische Erkrankungen oder eine Pflegebedürftigkeit eintreten, stehen Angehörige oft vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe: Wie kann die Sicherheit gewährleistet werden, ohne die vertraute Umgebung aufzugeben? Die 24-Stunden-Pflege zu Hause hat sich als eine der wichtigsten Lösungen etabliert, um den Umzug in ein Pflegeheim zu vermeiden. Sie bietet nicht nur Unterstützung, sondern auch emotionale Stabilität.

In diesem Ratgeber erfahren Sie tiefgehend und praxisnah, was sich hinter dem Begriff verbirgt, wie Sie typische Fehler bei der Organisation vermeiden und wie Sie in Berlin und Umgebung – beispielsweise mit Unterstützung des erfahrenen DAKOS Pflegedienstes – eine würdevolle Versorgung sicherstellen.

Was bedeutet 24-Stunden-Pflege eigentlich genau?

Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich der Begriff „24-Stunden-Pflege“ festgesetzt. Er suggeriert eine lückenlose Überwachung rund um die Uhr. Hier ist jedoch eine klare Erwartungshaltung notwendig, um Enttäuschungen und rechtliche Probleme zu vermeiden. Es handelt sich korrekt um eine Betreuung in häuslicher Gemeinschaft.

Das bedeutet, dass eine Betreuungskraft (oft aus osteuropäischen EU-Ländern) mit in den Haushalt der pflegebedürftigen Person zieht. Sie übernimmt Aufgaben der Grundpflege, hilft im Haushalt und ist als Ansprechpartner vor Ort. Wichtig ist zu verstehen, dass auch diese Kraft Ruhezeiten und Freizeit benötigt. Nach deutschem Arbeitszeitgesetz ist eine effektive Arbeitszeit von 24 Stunden am Stück nicht zulässig. Vielmehr geht es um eine Rufbereitschaft und die Sicherheit, dass im Notfall jemand anwesend ist.

Der Unterschied zwischen Betreuung und medizinischer Pflege

Ein häufiges Missverständnis liegt in der medizinischen Qualifikation. Die meisten Betreuungskräfte in diesem Modell sind für die Grundpflege (Waschen, Anziehen, Essen anreichen) und die hauswirtschaftliche Versorgung zuständig. Sie dürfen jedoch in der Regel keine medizinische Behandlungspflege durchführen, wie etwa das Verabreichen von Injektionen, Wundversorgung oder Medikamentengabe.

Genau hier greift das Konzept professioneller Anbieter wie DAKOS. Während die Betreuung den Alltag sichert, kommt der ambulante Pflegedienst ergänzend hinzu, um die fachpflegerischen Leistungen nach SGB V zu erbringen. Diese Symbiose garantiert, dass der Patient nicht nur betreut, sondern auch medizinisch korrekt versorgt wird.

Für detaillierte Informationen zu den rein pflegerischen Maßnahmen, die zusätzlich zur Betreuung nötig sein können, lohnt sich ein Blick auf die Übersicht der ambulanten Pflege Dienstleistungen.

Für wen eignet sich das Modell der häuslichen 24-Stunden-Betreuung?

Nicht für jede Situation ist dieses Modell die passende Lösung. Erfahrungsgemäß profitieren vor allem folgende Personengruppen:

Erstens Menschen mit Demenz: Für Demenzerkrankte ist ein Ortswechsel oft traumatisch und beschleunigt den Krankheitsverlauf. Die Konstanz der eigenen Wohnung und einer festen Bezugsperson gibt notwendigen Halt. Zudem ist die ständige Anwesenheit einer Person wichtig, um Weglauftendenzen oder Gefahren im Haushalt zu kontrollieren.

Zweitens Senioren mit körperlichen Einschränkungen aber klarem Geist: Wer geistig fit ist, möchte oft nicht in den getakteten Ablauf eines Heimes integriert werden. Zu Hause bleiben Selbstbestimmung und der eigene Tagesrhythmus erhalten. Besucher können jederzeit empfangen werden, und lieb gewonnene Gewohnheiten bleiben bestehen.

Drittens Paare: Wenn ein Partner pflegebedürftig wird, der andere aber noch rüstig ist oder beide Unterstützung benötigen, ermöglicht die 24-Stunden-Kraft, dass das Ehepaar nicht getrennt wird.

Herausforderung Sprache und Kultur

Ein sensibler Punkt bei der sogenannten „Live-In-Pflege“ ist die Kommunikation. Da viele Betreuungskräfte aus dem Ausland kommen, sorgen sich Angehörige oft um Sprachbarrieren. Dies kann gerade bei Pflegebedürftigen, die aufgrund ihres Alters oder einer Erkrankung ohnehin schwer verständlich sprechen, zu Frustration führen.

In einer multikulturellen Metropole wie Berlin ist zudem der kulturelle Hintergrund entscheidend. Ein russischsprachiger Senior fühlt sich oft wohler, wenn er in seiner Muttersprache kommunizieren kann und kulturelle Eigenheiten (z.B. bei der Essenszubereitung) verstanden werden. Der DAKOS Pflegedienst hat sich genau hierauf spezialisiert. Mit einem Team, das Deutsch, Russisch, Englisch, Serbisch und Polnisch spricht, werden Missverständnisse minimiert und Vertrauen aufgebaut. Dies ist ein entscheidender Faktor für das seelische Wohlbefinden der Pflegebedürftigen.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Modelle

Viele Familien bewegen sich unwissentlich in einer Grauzone. Um rechtssicher zu handeln, sollten Sie die drei gängigen Modelle kennen:

  1. Das Entsendemodell: Dies ist der häufigste Weg. Die Pflegekraft ist bei einem Dienstleister im EU-Ausland angestellt und wird nach Deutschland entsendet. Wichtig ist hier die A1-Bescheinigung, die beweist, dass Sozialabgaben im Heimatland gezahlt werden.
  2. Direktanstellung (Arbeitgebermodell): Sie werden selbst zum Arbeitgeber, schließen einen Arbeitsvertrag und führen Sozialabgaben ab. Dies bietet maximale Kontrolle, ist aber mit hohem bürokratischen Aufwand verbunden.
  3. Selbstständige Pflegekraft: Die Kraft arbeitet auf Gewerbeschein. Hier ist Vorsicht geboten: Die Gefahr der Scheinselbstständigkeit ist extrem hoch, da die Kraft weisungsgebunden in einem Haushalt arbeitet. Hiervon raten Experten meist ab.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift auf etablierte Pflegedienste zurück, die auch die komplexen rechtlichen Fragen der Kombination aus Pflegegeld, Sachleistungen und Kombinationspflege klären.

DAKOS Profi-Tipp: Pflegegrad-Management

Viele Anträge auf 24-Stunden-Pflege oder höhere Pflegegelder scheitern an formalen Fehlern bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD, früher MDK). Ein zu niedriger Pflegegrad bedeutet weniger finanzielle Unterstützung.

Unser Rat: Gehen Sie nicht unvorbereitet in die Begutachtung. Wir bei DAKOS unterstützen Klient*innen aktiv bei der Vorbereitung auf MDK-Begutachtungen. Ein professionell geführtes Pflegetagebuch, das wir vorbereiten, dokumentiert den tatsächlichen Hilfebedarf minutiös. Dies erhöht die Chance signifikant, den korrekten Pflegegrad und damit das passende Budget für die Pflege zu Hause zu erhalten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Organisation

Die Organisation einer 24-Stunden-Pflege wirkt zunächst überwältigend. Gehen Sie strukturiert vor, um die beste Lösung zu finden.

Schritt 1: Bedarfsanalyse erstellen

Schreiben Sie detailliert auf: Welche Aufgaben stehen an? Wie ist der Tagesablauf? Wird nachts Hilfe benötigt? Welche Sprachen sollen gesprochen werden? Benötigt der Patient spezielle medizinische Behandlung (Insulin, Wundversorgung)?

Schritt 2: Wohnsituation prüfen

Für eine Live-In-Kraft muss ein eigenes, abschließbares Zimmer vorhanden sein. Zugang zu Bad und Küche sowie Internetanschluss sind mittlerweile Standardanforderungen, um gutes Personal zu finden.

Schritt 3: Beratung und Anbietersuche

Vergleichen Sie nicht nur Preise, sondern auch den Service. Ein lokaler Ansprechpartner in Berlin ist Gold wert, wenn es Probleme gibt. Nutzen Sie kostenfreie Beratungsangebote, um die Finanzierung zu klären. Hier können Sie direkt Kontakt für kostenfreie Beratungen aufnehmen.

Schritt 4: Vertragsprüfung und Start

Achten Sie auf Kündigungsfristen und die Zusicherung der A1-Bescheinigung. Planen Sie für die ersten Tage des Einzugs der Pflegekraft Zeit ein, um sie einzuarbeiten und Vertrauen aufzubauen.

Kosten und Finanzierung: Was kommt auf Sie zu?

Die Kosten für eine legale 24-Stunden-Betreuung liegen meist zwischen 2.300 € und 3.200 € pro Monat, abhängig von Deutschkenntnissen und Qualifikation der Kraft. Doch Sie müssen diese Summe selten allein tragen.

Finanzierungsquellen:

  • Pflegegeld: Ab Pflegegrad 2 steht Ihnen monatliches Pflegegeld zur freien Verfügung (Stand 2025: Pflegegrad 2 = 332 €, bis Pflegegrad 5 = 947 €). Dieses Geld kann direkt an die Pflegekraft/Agentur weitergegeben werden.
  • Verhinderungspflege: Pro Jahr stehen bis zu 1.612 € (plus evtl. 50% der Kurzzeitpflege = gesamt bis 2.418 €) zur Verfügung, wenn die reguläre Pflegeperson verhindert ist. Dies kann unter bestimmten Voraussetzungen für die 24h-Kraft genutzt werden.
  • Steuerliche Vorteile: Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen oder außergewöhnliche Belastungen können bis zu 4.000 € jährlich steuerlich geltend gemacht werden.
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen: Bis zu 4.000 € Zuschuss gibt es für barrierefreie Umbauten (z.B. Badumbau), was die Pflege zu Hause oft erst ermöglicht.

Häufige Fehler vermeiden

Trotz guter Vorbereitung passieren Fehler, die das Pflegesetting gefährden. Hier die drei häufigsten Fallstricke:

Fehler 1: Mangelnde Privatsphäre für die Kraft.
Wenn die Pflegekraft keine Rückzugsmöglichkeit hat, führt dies schnell zu Burnout und Kündigung. Ein eigenes Zimmer ist Pflicht. Respektieren Sie auch die Pausenzeiten.

Fehler 2: Unterschätzung der medizinischen Notwendigkeit.
Verlassen Sie sich bei medizinischen Problemen nicht allein auf die Betreuungskraft. Holen Sie sich für Spritzen, Verbände oder Medikamentenmanagement zwingend einen lokalen Pflegedienst wie DAKOS dazu. Dies wird als „Behandlungspflege“ separat von der Krankenkasse bezahlt und belastet Ihr Budget für die Betreuung nicht.

Fehler 3: Keine Vertretungsregelung.
Was passiert, wenn die Kraft krank wird oder Urlaub hat? Seriöse Anbieter garantieren einen schnellen Ersatz. Klären Sie dies vertraglich vorab.

Alternative: Betreutes Wohnen in den eigenen vier Wänden

Manchmal ist die eigene Wohnung baulich nicht geeignet oder die 24-Stunden-Präsenz einer fremden Person wird als belastend empfunden. Hier bietet DAKOS eine interessante Zwischenlösung in Berlin an: Das Betreute Wohnen in den eigenen 4 Wänden oder in speziellen DAKOS-Wohnungen.

Dies kombiniert die Unabhängigkeit einer eigenen Wohnung mit der Sicherheit eines Hintergrunddienstes, Haushaltsservice (Wäsche, Essen, Reinigung) und Freizeitangeboten. Es ist oft eine kosteneffiziente Alternative zur vollen 24-Stunden-Live-In-Lösung, insbesondere wenn der Nachtdienst nicht permanent, sondern nur auf Abruf nötig ist.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur 24-Stunden-Pflege

Muss die Pflegekraft ein eigenes Zimmer haben?

Ja, dies ist zwingend erforderlich. Um die Privatsphäre und Erholung der Kraft zu gewährleisten, muss ein abschließbares, möbliertes Zimmer zur Verfügung stehen. Das Schlafen im selben Zimmer wie der Pflegebedürftige ist keine dauerhafte Lösung und bei seriösen Anbietern oft ausgeschlossen.

Was passiert, wenn wir mit der Pflegekraft nicht zurechtkommen?

Die Chemie muss stimmen. Sollte das Zusammenleben trotz Einarbeitung nicht funktionieren, organisieren seriöse Dienstleister zeitnah einen Personalwechsel. Bei DAKOS wird durch die kulturelle Passung (Sprache) bereits im Vorfeld versucht, solche Konflikte zu minimieren.

Darf die 24-Stunden-Kraft Spritzen geben?

In der Regel nein. Betreuungskräfte sind oft keine examinierten Pflegefachkräfte nach deutschem Recht. Medizinische Behandlungspflege (Spritzen, Wundversorgung) sollte immer durch einen ambulanten Pflegedienst erfolgen. DAKOS bietet diese Leistungen ergänzend zur Betreuung an.

Wie schnell kann eine Versorgung starten?

Im Notfall (z.B. plötzliche Entlassung aus dem Krankenhaus) ist eine Organisation oft innerhalb von 3 bis 7 Werktagen möglich. Eine gründliche Bedarfsanalyse sollte jedoch nicht übersprungen werden.

Die Entscheidung für eine 24-Stunden-Pflege ist ein großer Schritt, der gut überlegt sein will. Mit dem richtigen Partner an Ihrer Seite, der sowohl kulturelles Verständnis als auch medizinische Expertise mitbringt, lässt sich der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben im eigenen Zuhause sicher und dauerhaft realisieren.

Auswirkungen des Coronavirus
Liebe Berliner*innen und Brandenburger*innen, Liebe Ratsuchende,
die Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 haben Auswirkungen auf sämtliche Projekte und Einrichtungen der DAKOS PFLEGEDIENST.
Die notwendige Versorgung und Betreuung unserer Kund*innen in der Häuslichkeit läuft unter besonderen zusätzlichen hygienischen Auflagen weiter. Beratungen nach §37.3 SGB XI werden telefonisch durchgeführt. Wenden Sie sich hierzu gern an Ihre DAKOS-Station in Ihrer Nähe.
Die Besuchsdienste der Pflegedienst DAKOS werden unter Einhaltung entsprechender Hygienemaßnahmen fortgeführt. Gruppenangebote können derzeit nicht stattfinden. Trotz aller Einschränkungen sind wir natürlich auch weiterhin für Ihre Fragen und Probleme erreichbar – telefonisch und per E-Mail in den einzelnen Einrichtungen oder zentral im nebenstehenden Kontaktfeld.
Veränderungen werden vor Ort auch durch Aushänge kenntlich gemacht.
Vielen Dank für Ihr Verständnis und bleiben Sie gesund!
Fordern Sie jetzt Ihren kostenfreien Kostenvorschlag an. Unsere Pflegeexperten werden gemeinsam mit Ihnen ein optimales Pflegekonzept für Sie oder Ihre Liebsten erstellen.

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