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Fibromyalgie Test: Erkennen und Diagnostizieren der Symptome

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Inhaltsverzeichnis

Einen einzelnen Fibromyalgie-Test, der die Erkrankung im Blut oder auf dem Röntgenbild nachweist, gibt es nicht. Ärztinnen und Ärzte stellen die Diagnose anhand festgelegter Kriterien: Wie viele Körperbereiche schmerzen, wie stark sind Erschöpfung, Schlafprobleme und Konzentrationsstörungen, seit wann bestehen die Beschwerden und gibt es eine andere Erkrankung, die sie erklärt?

Dieser Ratgeber erklärt, wie die Diagnose nach den Kriterien des American College of Rheumatology (ACR) und der deutschen Leitlinie abläuft, was es mit den früher üblichen Tender Points auf sich hat und wie Sie Ihre Beschwerden vor dem Arzttermin selbst einschätzen können. Außerdem lesen Sie, wann bei Fibromyalgie ein Pflegegrad in Frage kommt und welche Behandlung die Leitlinie empfiehlt.

Fibromyalgie-Test: das Wichtigste in Kürze

  • Fibromyalgie wird klinisch festgestellt: durch ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung und Blutwerte, die andere Ursachen ausschließen.
  • Maßgeblich sind heute zwei Werte aus den ACR-Kriterien von 2010 und 2016: der Widespread Pain Index (Zahl der schmerzenden Körperbereiche) und die Symptom Severity Scale (Schwere der Begleitbeschwerden).
  • Die Tender Points (Druckschmerzpunkte) stammen aus den Kriterien von 1990. Die neueren Kriterien kommen ohne sie aus.
  • Ein Selbsttest kann Ihnen helfen, Ihre Beschwerden zu ordnen. Eine Diagnose ersetzt er nicht.
  • Einen Pflegegrad gibt es nicht für die Diagnose, sondern für eingeschränkte Selbstständigkeit im Alltag.

Was ist Fibromyalgie?

Fibromyalgie, in der Fachsprache Fibromyalgiesyndrom (FMS), ist eine chronische Schmerzerkrankung. Kernbeschwerden sind laut deutscher Leitlinie chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, Schlafstörungen oder nicht erholsamer Schlaf sowie körperliche oder geistige Erschöpfung. Die Schmerzen fühlen sich oft wie ein Muskelkater oder eine Zerrung an und können von Tag zu Tag wechseln.

Nach heutigem Wissen ist die Schmerzverarbeitung im Nervensystem verändert. Fachleute gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken, etwa erbliche Veranlagung sowie körperliche und seelische Belastungen. Fibromyalgie wird oft „Weichteilrheuma“ genannt. Das ist irreführend: Es handelt sich nicht um eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, und die Gelenke selbst sind nicht befallen. Die Schmerzen treten aber oft in ihrer Nähe auf. Wie sich entzündliches Rheuma davon unterscheidet, lesen Sie in unserem umfassenden Ratgeber zu Rheuma.

In Deutschland sind nach einer repräsentativen Studie etwa 2 Prozent der Erwachsenen betroffen. Meist wird die Erkrankung zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr festgestellt. In ärztlicher Behandlung sind überwiegend Frauen. Die Sterblichkeit ist laut Leitlinie nicht erhöht.

Symptome der Fibromyalgie

Die Beschwerden sind von Person zu Person verschieden. Typisch sind:

  • anhaltende Schmerzen in vielen Körperbereichen, oft auf beiden Körperseiten und im Rücken
  • Erschöpfung und schnelle Ermüdbarkeit
  • schlechter, nicht erholsamer Schlaf und Müdigkeit am Morgen
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, oft „Fibro Fog“ genannt
  • Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
  • niedergedrückte Stimmung, Ängste oder eine Depression

Wichtig ist die Abgrenzung zu akuten Warnzeichen, die nicht zur Fibromyalgie gehören. Treten Lähmungen, Sprachstörungen oder Taubheitsgefühle plötzlich und einseitig auf, können das Schlaganfall-Symptome sein. Wählen Sie dann sofort den Notruf 112. Ist ein Bein plötzlich einseitig geschwollen, warm und schmerzhaft, sollten Sie typische Thrombose-Symptome zeitnah ärztlich abklären lassen.

Diagnose der Fibromyalgie

Die Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt, in vielen Fällen schon die Hausarztpraxis. Oft dauert es Jahre bis dahin, weil die Schmerzen schleichend beginnen und sich weder im Labor noch im Röntgenbild zeigen. Grundlage in Deutschland ist die S3-Leitlinie zum Fibromyalgiesyndrom der Deutschen Schmerzgesellschaft (AWMF-Registernummer 145-004, Stand März 2017). Ihre Gültigkeit ist im März 2022 abgelaufen. Eine überarbeitete Fassung ist angemeldet und laut AWMF-Register für Ende Oktober 2026 geplant. Bis sie erscheint, bleibt die Fassung von 2017 die aktuelle deutsche Leitlinie.

Die ACR-Kriterien 2010 und 2016

Das American College of Rheumatology hat 2010 neue Diagnosekriterien vorgestellt, 2011 und 2016 wurden sie überarbeitet. Sie beruhen auf zwei Werten:

  • Widespread Pain Index (WPI): In wie vielen von 19 festgelegten Körperbereichen hatten Sie Schmerzen? Der Wert liegt zwischen 0 und 19.
  • Symptom Severity Scale (SSS): Wie stark sind Erschöpfung, unerholtes Aufwachen und Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme? Jedes dieser drei Merkmale wird mit 0 (kein Problem) bis 3 (stark ausgeprägt) bewertet. Hinzu kommt je 1 Punkt für Kopfschmerzen, Schmerzen oder Krämpfe im Unterbauch und eine Depression in den letzten sechs Monaten. Der Wert liegt zwischen 0 und 12.
KriteriumACR 2010ACR 2016
Schmerz und BegleitbeschwerdenWPI mindestens 7 und SSS mindestens 5, oder WPI 3 bis 6 und SSS mindestens 9WPI mindestens 7 und SSS mindestens 5, oder WPI 4 bis 6 und SSS mindestens 9
Verteilung der Schmerzenkeine eigene RegelSchmerzen in mindestens 4 von 5 Körperregionen
Dauermindestens 3 Monatemindestens 3 Monate
Andere Erkrankungenkeine andere Erkrankung, die die Beschwerden erklärtDiagnose gilt unabhängig von anderen Diagnosen

Die fünf Körperregionen der Fassung von 2016 sind links oben, rechts oben, links unten, rechts unten und die Körperachse. Kiefer, Brust und Bauch zählen dabei nicht mit. Die deutsche Leitlinie von 2017 nennt die Kriterien von 2010 in der Fassung von 2011 und verlangt zusätzlich, dass keine körperliche Erkrankung die Beschwerden ausreichend erklärt. Die ACR-Fassung von 2016 betont dagegen, dass eine Fibromyalgie neben anderen Erkrankungen bestehen kann. Für Sie heißt das: Auch wer schon eine andere Diagnose hat, kann zusätzlich eine Fibromyalgie haben.

Tender Points: warum sie heute in den Hintergrund treten

Früher drückte die Ärztin oder der Arzt mit dem Daumen auf 18 festgelegte Punkte am Körper, die Tender Points. Nach den ACR-Kriterien von 1990 sprachen mindestens 11 schmerzhafte Punkte zusammen mit ausgedehnten Schmerzen seit über drei Monaten für eine Fibromyalgie. Diese Kriterien waren zur Einteilung in Studien gedacht. Die Untersuchung gilt als sehr subjektiv und ist bei Männern weniger verlässlich. Die Kriterien von 2010 und 2016 kommen deshalb ohne Tender Points aus und erfassen stattdessen Erschöpfung, Schlaf und Konzentration. Die deutsche Leitlinie von 2017 lässt beide Wege noch zu.

Wichtige Schritte bei der Diagnose

1. Gespräch und Schmerzskizze: Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Schmerzorten, Schlaf, Erschöpfung, Konzentration und Stimmung sowie nach allen Medikamenten, die Sie einnehmen. Manche Mittel, zum Beispiel Statine oder Magensäureblocker aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer, können selten Muskelschmerzen auslösen. Oft hilft ein Fragebogen, die Beschwerden zu erfassen.

2. Körperliche Untersuchung: Dazu gehören Haut, Gelenke, Muskeln und Nerven.

3. Basislabor: Die Leitlinie empfiehlt bei der ersten Abklärung Entzündungswerte (BSG, CRP), ein kleines Blutbild, die Kreatinkinase für Muskelerkrankungen, Kalzium, das Schilddrüsenhormon TSH und Vitamin D (25-OH-Vitamin D). Diese Werte weisen keine Fibromyalgie nach. Sie zeigen, ob eine andere Ursache dahintersteckt.

4. Ausschluss anderer Erkrankungen: Ähnliche Beschwerden können zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Muskelerkrankung, eine Polymyalgia rheumatica oder eine rheumatoide Arthritis verursachen. Wie sich die entzündliche Polyarthritis im Alter zeigt, lesen Sie in unserem Ratgeber dazu. Auch eine Gicht gehört zur Abgrenzung: Anders als bei Fibromyalgie ist bei einem Gichtanfall meist ein einzelnes Gelenk gerötet, geschwollen und überwärmt. Was dann akut hilft, erklärt der Ratgeber Gicht: Was hilft schnell.

5. Seelische Belastung: Die Leitlinie empfiehlt, nach Ängsten und Depression zu fragen, weil beides häufig zusammen mit Fibromyalgie auftritt und mitbehandelt werden sollte.

Ist das Beschwerdebild typisch und das Basislabor unauffällig, rät die Leitlinie von weiteren Untersuchungen wie Spezialblutwerten, Nervenmessungen oder Bildgebung ab. Diese sind nur bei einem konkreten Verdacht auf eine andere Erkrankung sinnvoll.

Fibromyalgie-Selbsttest: Fragen zur Orientierung

Wichtig: Dieser Selbsttest ersetzt keine Diagnose. Er hilft Ihnen, Ihre Beschwerden für das Arztgespräch zu ordnen. Auch die Autoren der ACR-Kriterien betonen, dass die Fragebogenfassung nicht zur Selbstdiagnose gedacht ist. Ob eine Fibromyalgie vorliegt, kann nur eine ärztliche Untersuchung klären.

Die folgenden Fragen lehnen sich an den Widespread Pain Index und die Symptom Severity Scale an:

  1. Haben Sie seit mindestens drei Monaten Schmerzen an vielen Stellen des Körpers?
  2. Betreffen die Schmerzen beide Körperseiten, Ober- und Unterkörper sowie Nacken oder Rücken?
  3. Fühlen Sie sich häufig erschöpft, auch ohne große Anstrengung?
  4. Wachen Sie morgens unausgeruht auf, obwohl Sie geschlafen haben?
  5. Fällt es Ihnen schwer, sich zu konzentrieren, Worte zu finden oder sich Dinge zu merken?
  6. Hatten Sie in den letzten sechs Monaten Kopfschmerzen, Schmerzen oder Krämpfe im Unterbauch oder eine gedrückte Stimmung?

Diese Übersicht hilft Ihnen, die schmerzenden Bereiche festzuhalten. Sie entspricht den 19 Bereichen des Widespread Pain Index, geordnet nach den fünf Regionen von 2016:

RegionKörperbereiche
Links obenKiefer, Schulter, Oberarm, Unterarm
Rechts obenKiefer, Schulter, Oberarm, Unterarm
Links untenHüfte und Gesäß, Oberschenkel, Unterschenkel
Rechts untenHüfte und Gesäß, Oberschenkel, Unterschenkel
KörperachseNacken, oberer Rücken, unterer Rücken, Brust, Bauch

Beantworten Sie mehrere Fragen mit Ja, sprechen Sie Ihre Hausarztpraxis an. Bringen Sie die ausgefüllte Übersicht, eine Liste Ihrer Medikamente und, wenn möglich, ein Schmerztagebuch der letzten Wochen mit. Zählen Sie keine Punkte zusammen, um sich selbst eine Diagnose zu geben. Auch wenn Sie nur einzelne Fragen mit Ja beantworten, sollten Sie anhaltende Schmerzen ärztlich abklären lassen.

Behandlungsmöglichkeiten

Fibromyalgie ist nicht heilbar, die Beschwerden lassen sich aber oft lindern. Die Leitlinie empfiehlt, die Diagnose klar mitzuteilen, die Behandlung gemeinsam zu planen und sie stufenweise nach Schwere und Wirkung anzupassen. Im Mittelpunkt stehen Bewegung und Verfahren, die Sie selbst anwenden.

  • Bewegung: Ausdauer- und Krafttraining mit geringer bis mittlerer Intensität empfiehlt die Leitlinie stark, ebenso Tai-Chi, Qigong und Yoga. Fangen Sie langsam an und steigern Sie sich in kleinen Schritten. Regelmäßige Bewegung beugt zudem den Folgen von Schonhaltung und Bewegungsmangel vor, etwa einer Thrombose. Worauf Sie dabei achten sollten, zeigt der Thrombose-Selbsttest.
  • Psychotherapie: Für die kognitive Verhaltenstherapie gibt es eine starke Empfehlung. Sie hilft, mit Schmerzen, Stress und Erschöpfung im Alltag besser umzugehen. Biofeedback und Hypnose oder geleitete Imagination erhielten eine schwache Empfehlung.
  • Multimodale Schmerztherapie: Bei schwereren Verläufen empfiehlt die Leitlinie stark eine Kombination aus Ausdauertraining und mindestens einem psychologischen Verfahren, insgesamt mindestens 24 Stunden lang.
  • Medikamente: Sie sind nur ein Baustein und werden laut Deutscher Schmerzgesellschaft für eine begrenzte Zeit unterstützend eingesetzt. Die Leitlinie empfiehlt ein trizyklisches Antidepressivum, bei begleitender Depression oder Angststörung auch ein Antidepressivum aus einer anderen Gruppe und bei begleitender Angststörung einen Wirkstoff aus der Gruppe der Antikonvulsiva. Diese Mittel werden hier wegen ihrer Wirkung auf die Schmerzverarbeitung eingesetzt. Starke Opioide empfiehlt sie nicht. Von gängigen Schmerzmitteln wie Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol raten Fachleute bei Fibromyalgie in der Regel ab. Welche Behandlung für Sie passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  • Weitere Verfahren: Akupunktur kann laut Leitlinie erwogen werden, ebenso eine Gewichtsabnahme bei starkem Übergewicht. Massage, Chirotherapie, Laser- und Magnetfeldtherapie empfiehlt sie nicht. Viele Betroffene empfinden Wärme, etwa ein Thermalbad, als angenehm.

Bestehen zusätzlich andere Erkrankungen wie eine Arthritis oder eine Depression, sollten auch diese behandelt werden. Selbsthilfegruppen, etwa über die Deutsche Fibromyalgie Vereinigung oder die Deutsche Rheuma-Liga, bieten Austausch mit anderen Betroffenen.

Pflegegrad bei Fibromyalgie

Viele suchen nach „Fibromyalgie Pflegestufe“. Pflegestufen gab es bis Ende 2016. Seit dem 1. Januar 2017 gibt es stattdessen fünf Pflegegrade (§ 140 SGB XI). Wer heute Leistungen der Pflegeversicherung beantragt, erhält also einen Pflegegrad.

Nicht die Diagnose zählt, sondern die Selbstständigkeit

Eine Fibromyalgie führt nicht automatisch zu einem Pflegegrad. Entscheidend ist, wie selbstständig Sie im Alltag sind und wobei Sie dauerhaft Hilfe brauchen, voraussichtlich für mindestens sechs Monate. Das prüft im Auftrag der Pflegekasse der Medizinische Dienst (MD) oder eine andere unabhängige Gutachterin, in der Regel bei einem vorher vereinbarten Hausbesuch. Bewertet werden sechs Bereiche:

  • Mobilität, etwa Aufstehen, Gehen in der Wohnung und Treppensteigen
  • geistige und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, etwa Ängste oder Antriebslosigkeit bei gedrückter Stimmung
  • Selbstversorgung, etwa Waschen, Anziehen, Essen und Toilettengang
  • Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen, etwa Medikamente, Arztbesuche und Therapien
  • Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

Aus den Punkten ergibt sich der Pflegegrad: ab 12,5 Gesamtpunkten Pflegegrad 1, ab 27 Pflegegrad 2, ab 47,5 Pflegegrad 3, ab 70 Pflegegrad 4 und ab 90 Pflegegrad 5 (§ 15 SGB XI). Bei Fibromyalgie können vor allem Mobilität, Selbstversorgung und der Umgang mit Therapien und Arztterminen eingeschränkt sein, besonders im Alter und bei weiteren Erkrankungen. Die Bundesregierung plant, die unteren Punktschwellen anzuheben. Das Gesetz ist noch nicht beschlossen (Stand Oktober 2026).

Tipps für Antrag und Begutachtung

  • Stellen Sie den Antrag bei Ihrer Pflegekasse, das geht formlos und auch telefonisch. Leistungen gibt es frühestens ab dem Monat, in dem Sie den Antrag stellen.
  • Die Pflegekasse muss spätestens 25 Arbeitstage nach Eingang des Antrags entscheiden. Ab dem Antrag haben Sie Anspruch auf eine Pflegeberatung; einen Termin muss die Kasse Ihnen innerhalb von zwei Wochen anbieten.
  • Führen Sie vor der Begutachtung einige Wochen ein Pflegetagebuch. Notieren Sie, wobei Sie Hilfe brauchen, auch an schlechten Tagen.
  • Legen Sie Arztberichte, Medikamentenplan und Therapienachweise bereit.
  • Bitten Sie eine vertraute Person, beim Termin dabei zu sein. Beschönigen Sie nichts: Schildern Sie, wie Ihr Alltag wirklich aussieht.

Leistungen der Pflegeversicherung

Ab Pflegegrad 1 gibt es den Entlastungsbetrag, ab Pflegegrad 2 zusätzlich Pflegegeld, wenn Angehörige oder Bekannte die Pflege übernehmen, oder Pflegesachleistungen für einen Pflegedienst. Beides lässt sich kombinieren. Die Beträge gelten seit 1. Januar 2025 und sind 2026 unverändert:

PflegegradPflegegeld im MonatPflegesachleistung bisEntlastungsbetrag bis
1keinskeine131 Euro
2347 Euro796 Euro131 Euro
3599 Euro1.497 Euro131 Euro
4800 Euro1.859 Euro131 Euro
5990 Euro2.299 Euro131 Euro

Dazu kommen weitere Leistungen, etwa Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bis 42 Euro im Monat und Zuschüsse für den Umbau der Wohnung. Welche Leistungen in Ihrer Situation passen, klärt die Pflegeberatung.

Wie DAKOS Pflegedienst Betroffenen helfen kann

Der DAKOS Pflegedienst ist seit 2012 als ambulanter Pflegedienst in Berlin tätig, das Büro liegt in Charlottenburg. Für Menschen mit Fibromyalgie, die im Alltag Unterstützung brauchen, bieten wir:

  • Pflege zu Hause und Behandlungspflege nach ärztlicher Verordnung
  • Hilfe beim Antrag auf einen Pflegegrad und Vorbereitung auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst, zum Beispiel mit einem Pflegetagebuch
  • Beratung und Schulung von Angehörigen
  • Vermittlung von Physiotherapie, Krankengymnastik und weiteren Diensten

Unser Team ist mehrsprachig. Rufen Sie uns an oder nutzen Sie das Kontaktformular für eine kostenlose Beratung.

Fazit

Ein einzelner Fibromyalgie-Test existiert nicht. Die Diagnose beruht auf ausgedehnten Schmerzen seit mindestens drei Monaten, auf der Schwere von Erschöpfung, Schlaf- und Konzentrationsproblemen und auf einer ärztlichen Abklärung anderer Ursachen. Die Tender Points spielen dabei kaum noch eine Rolle. Ein Selbsttest hilft beim Vorbereiten des Arzttermins, eine Diagnose ersetzt er nicht. Die Leitlinie setzt vor allem auf Bewegung, Psychotherapie und bei schweren Verläufen auf eine multimodale Schmerztherapie. Schränkt die Erkrankung Ihre Selbstständigkeit dauerhaft ein, kann ein Pflegegrad in Frage kommen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Fibromyalgie?

Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung mit Schmerzen in vielen Körperbereichen, nicht erholsamem Schlaf und Erschöpfung. Die Schmerzverarbeitung ist verändert, die Gelenke selbst sind nicht befallen. In Deutschland sind etwa 2 Prozent der Erwachsenen betroffen.

Welche Symptome sind typisch für Fibromyalgie?

Typisch sind anhaltende Schmerzen an vielen Stellen des Körpers, Erschöpfung, unerholsamer Schlaf, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme („Fibro Fog“), Kopf- und Bauchschmerzen sowie häufig Ängste oder eine gedrückte Stimmung.

Wie wird Fibromyalgie diagnostiziert?

Die Ärztin oder der Arzt erfasst die schmerzenden Körperbereiche (Widespread Pain Index) und die Schwere der Begleitbeschwerden (Symptom Severity Scale) nach den ACR-Kriterien, untersucht Sie körperlich und lässt Basisblutwerte bestimmen, um andere Ursachen auszuschließen. Die Beschwerden müssen seit mindestens drei Monaten bestehen.

Gibt es einen Bluttest für Fibromyalgie?

Nein. Kein Laborwert und kein Röntgenbild weist Fibromyalgie nach. Blutwerte wie Entzündungswerte, Blutbild, Kreatinkinase, Kalzium, TSH und Vitamin D dienen dazu, andere Erkrankungen auszuschließen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Leitlinie empfiehlt vor allem Ausdauer- und Krafttraining, Tai-Chi, Qigong oder Yoga sowie kognitive Verhaltenstherapie, bei schwereren Verläufen eine multimodale Schmerztherapie. Bestimmte Medikamente können zeitlich begrenzt ergänzen, starke Opioide werden nicht empfohlen.

Bekommt man bei Fibromyalgie einen Pflegegrad?

Nicht wegen der Diagnose allein. Den Pflegegrad bestimmt die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst anhand Ihrer Selbstständigkeit im Alltag. Die frühere Pflegestufe heißt seit 2017 Pflegegrad.

Wie kann der DAKOS Pflegedienst Betroffenen helfen?

Wir unterstützen zu Hause mit Pflege und ärztlich verordneter Behandlungspflege, helfen beim Pflegegrad-Antrag, bereiten die Begutachtung mit Ihnen vor, beraten Angehörige und vermitteln Physiotherapie. Für eine kostenlose Beratung erreichen Sie uns telefonisch oder über das Kontaktformular.

Stand: Oktober 2026. Medizinische Angaben nach der S3-Leitlinie Fibromyalgiesyndrom (Stand 2017, in Überarbeitung) und den unten genannten Quellen, abgerufen am 21.10.2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung.

Quellen

  • Deutsche Schmerzgesellschaft (federführend): S3-Leitlinie Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms, AWMF-Registernummer 145-004, Version 1.7, Stand 17.03.2017, gültig bis 16.03.2022, in Überarbeitung.
  • Eich W et al.: Definition, Klassifikation, klinische Diagnose und Prognose des Fibromyalgiesyndroms. Schmerz 2017;31:231-238. DOI 10.1007/s00482-017-0200-7; Erratum DOI 10.1007/s00482-017-0244-8.
  • Leitlinienbeiträge in Schmerz 2017;31(3): Petzke F et al., Allgemeine Behandlungsgrundsätze (S. 246-254, DOI 10.1007/s00482-017-0201-6); Winkelmann A et al., Physiotherapie, Ergotherapie und physikalische Verfahren (S. 255-265, DOI 10.1007/s00482-017-0203-4); Köllner V et al., Psychotherapie und psychologische Verfahren (S. 266-273, DOI 10.1007/s00482-017-0204-3); Sommer C et al., Medikamentöse Therapie (S. 274-284, DOI 10.1007/s00482-017-0207-0); Schiltenwolf M et al., Multimodale Therapie (S. 285-288, DOI 10.1007/s00482-017-0205-2); Langhorst J et al., Komplementäre und alternative Verfahren (S. 289-295, DOI 10.1007/s00482-017-0206-1).
  • Wolfe F et al.: The American College of Rheumatology 1990 criteria for the classification of fibromyalgia. Arthritis Rheum 1990;33:160-172. DOI 10.1002/art.1780330203.
  • Wolfe F et al.: The American College of Rheumatology preliminary diagnostic criteria for fibromyalgia and measurement of symptom severity. Arthritis Care Res 2010;62:600-610. DOI 10.1002/acr.20140.
  • Wolfe F et al.: Fibromyalgia criteria and severity scales for clinical and epidemiological studies. J Rheumatol 2011;38:1113-1122. DOI 10.3899/jrheum.100594.
  • Wolfe F et al.: 2016 Revisions to the 2010/2011 fibromyalgia diagnostic criteria. Semin Arthritis Rheum 2016;46:319-329. DOI 10.1016/j.semarthrit.2016.08.012; Wortlaut der Kriterien nach Wolfe F et al., PLoS One 2018, DOI 10.1371/journal.pone.0203755.
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Fibromyalgie, gesundheitsinformation.de.
  • Deutsche Schmerzgesellschaft: Fibromyalgie-Syndrom, Patienteninformation.
  • Deutsche Rheuma-Liga: Fibromyalgie.
  • Deutsche Fibromyalgie Vereinigung (DFV) e.V.
  • Bundesministerium für Gesundheit: Pflegebedürftigkeit und Pflegebedürftig, was nun?, Stand 14.09.2026; Kabinettsentwurf Pflegeneuordnungsgesetz vom 30.09.2026 (nicht beschlossen).
  • Sozialgesetzbuch XI: § 7a, § 14, § 15, § 18, § 18c, § 28a, § 33, § 36, § 37, § 45b und § 140.
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