Pflegewagen mit Tupfern, Kompressen, Schere, Pinzette, Spritzen, Nierenschale und Desinfektionsmittel

Ulcus cruris: Das „offene Bein“

Facebook
WhatsApp
Inhaltsverzeichnis

Ein Ulcus cruris, umgangssprachlich „offenes Bein“, ist eine chronische Wunde am Unterschenkel, die nicht oder nur sehr langsam heilt. In den meisten Fällen steckt eine Venenschwäche dahinter, seltener eine Durchblutungsstörung der Arterien. Entscheidend für die Heilung sind drei Dinge: die Ursache behandeln, beim venösen Ulcus konsequent komprimieren und die Wunde fachgerecht versorgen.

Dieser Ratgeber erklärt die Formen und frühen Anzeichen, die Behandlung nach den aktuellen Leitlinien, Warnzeichen für den Gang zum Arzt oder in die Klinik und was Krankenkasse und Pflegedienst bei der Versorgung zu Hause übernehmen.

Was ist ein Ulcus cruris (offenes Bein)?

„Ulcus“ ist lateinisch für Geschwür, „cruris“ bedeutet „des Unterschenkels“. Gemeint ist eine Wunde, die nicht von außen durch eine Verletzung entsteht, sondern als Folge einer Grunderkrankung, meist der Venen. Ein venöses Ulcus ist deshalb von Beginn an eine chronische Wunde, und neben der Wundversorgung muss immer auch die Ursache behandelt werden. In Deutschland haben etwa 0,2 Prozent der Menschen ein offenes venöses Ulcus, bei über 80-Jährigen sind es rund 2 Prozent.

Andere chronische Wunden haben andere Ursachen: Ein Druckgeschwür (Dekubitus) entsteht durch anhaltenden Druck auf die Haut, etwa bei bettlägerigen Menschen, ein diabetisches Fußgeschwür durch Nervenschäden und Durchblutungsstörungen bei Diabetes.

Welche Arten von Ulcus cruris gibt es?

Fachleute unterscheiden drei Hauptformen. Welche vorliegt, entscheidet über die Behandlung, vor allem darüber, ob eine Kompression erlaubt ist.

Form und AnteilTypische Lage und SchmerzKompression
Venöses Ulcus
51 bis 80 %
meist am Innenknöchel, oft nässend, Schmerzen unterschiedlich starkStandardtherapie
Arterielles Ulcus
10 bis 15 %
oft an Fuß und Zehen, sehr schmerzhaft, Schmerzen auch in Ruhe, besonders beim Hochlegennur nach ärztlicher Abklärung
Gemischtes Ulcus
13 bis 15 %
wie venös, dazu Zeichen einer Durchblutungsstörungabhängig von der Schwere der Durchblutungsstörung

Venöses Ulcus (Ulcus cruris venosum)

Das venöse Ulcus ist die schwerste Verlaufsform der chronischen Venenschwäche (chronische venöse Insuffizienz). Schließen die Venenklappen nicht mehr richtig, staut sich das Blut in den Beinen. Der dauerhaft erhöhte Druck schädigt über Jahre die Haut, bis sie aufbricht.

Arterielles Ulcus (Ulcus cruris arteriosum)

Beim arteriellen Ulcus sind die Beinarterien verengt, meist durch Arteriosklerose. Das Gewebe bekommt zu wenig Sauerstoff. Ein Geschwür ist das fortgeschrittenste Stadium der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK). Diese Wunden entstehen häufig nicht am Unterschenkel, sondern an Fuß und Zehen.

Gemischtes Ulcus (venös und arteriell)

Liegen Venenschwäche und Durchblutungsstörung gleichzeitig vor, sprechen Fachleute von einem gemischten Ulcus, früher „Ulcus cruris mixtum“. Die Leitlinie sieht den alten Begriff kritisch, weil er im Alltag oft dazu führt, dass die wichtige Kompression ganz weggelassen wird. Maßgeblich ist, wie schwer die Durchblutungsstörung ist.

Bis zu 20 Prozent der Geschwüre am Unterschenkel haben ganz andere Ursachen, etwa Hauterkrankungen, Gefäßentzündungen, Infektionen oder Tumoren. Deshalb gehört jede Wunde, die nicht heilt, in ärztliche Abklärung.

Ursachen und Risikofaktoren

Hauptursache ist die Venenschwäche, oft nach jahrelangen Krampfadern. Auch eine überstandene tiefe Beinvenenthrombose kann die Venenklappen dauerhaft schädigen (postthrombotisches Syndrom). Ein hohes Thromboserisiko besteht zum Beispiel nach einer Hüft- oder Knieprothese, weshalb in der Erholung nach einer Hüft-OP die Thromboseprophylaxe so wichtig ist. Welche Warnzeichen auf eine Thrombose hindeuten, zeigt unser Thrombose-Selbsttest.

Das arterielle Ulcus geht auf eine Durchblutungsstörung der Beinarterien zurück. Typisch sind vorher Schmerzen beim Gehen, die zum Stehenbleiben zwingen (Schaufensterkrankheit), dazu ein kaltes Bein oder kalter Fuß und blasse, dünne Haut. Erste Hinweise gibt unser Durchblutungsstörungen-Selbsttest, die ärztliche Abklärung ersetzt er nicht.

Weitere Risikofaktoren für ein venöses Ulcus sind höheres Alter, Venenleiden in der Familie und Übergewicht. Wenig Bewegung schwächt die Wadenmuskelpumpe, die das Blut aus den Beinen zurück zum Herzen drückt. Bei Menschen mit Diabetes kann eine schlecht heilende Wunde sogar das erste Warnzeichen einer Durchblutungsstörung sein, weil die typischen Schmerzen oft fehlen.

Anzeichen: So beginnt ein offenes Bein

Einem venösen Ulcus gehen meist über Jahre sichtbare Hautveränderungen voraus. Sie zeigen eine fortgeschrittene Venenschwäche an und sollten ärztlich abgeklärt werden, bevor eine offene Wunde entsteht:

  • geschwollene Knöchel und Unterschenkel
  • bräunliche Verfärbungen der Haut
  • ein Stauungsekzem, also entzündete, oft juckende Haut
  • verhärtete, gespannte Haut am Unterschenkel
  • weißliche, narbenartige Stellen (Atrophie blanche)
  • ein Kranz kleiner, erweiterter Venen am inneren Fußrand

Ist die Haut aufgebrochen, nässt die Wunde meist. Das Wundsekret ist oft klar bis gelblich. Wird es trüb oder eitrig oder riecht es stärker, kann eine Infektion dahinterstecken. Viele Betroffene haben Schmerzen, Juckreiz oder ein Schweregefühl im Bein. Nicht jede Rötung und Schwellung am Bein ist ein beginnendes Geschwür: Ein heißes, geschwollenes Gelenk, etwa am Großzeh, deutet eher auf einen Gichtanfall hin. Was dann hilft, lesen Sie im Ratgeber Gicht: Was hilft schnell.

Diagnose beim Arzt

Zur Diagnose gehören das Gespräch über Vorerkrankungen, das Ansehen und Abtasten des Beins und zwei Untersuchungen:

  • Farbkodierte Duplexsonographie: Ultraschall der Beinvenen, der zeigt, ob und wo Venenklappen undicht sind. Wundversorgung und Kompression sollen aber nicht warten, bis der Termin stattgefunden hat.
  • Knöchel-Arm-Index (ABI): Der Blutdruck am Knöchel wird durch den Blutdruck am Arm geteilt. Ein Wert von 0,9 oder darunter weist auf eine Durchblutungsstörung der Arterien hin, ein Wert unter 0,5 auf eine schwere.

Die Wunde wird regelmäßig vermessen und fotografiert, mindestens alle vier Wochen. Zeigt sie nach sechs Wochen richtiger Behandlung keine Heilungstendenz, sollen Diagnose und Therapie überprüft werden. Dann kann auch eine Gewebeprobe sinnvoll sein, um seltene Ursachen auszuschließen.

Behandlung: Ursache, Kompression, Wundversorgung

Die Ursache behandeln

Beim venösen Ulcus sollen die kranken oberflächlichen Venen früh behandelt werden, operativ oder mit einem Kathetereingriff. Das beschleunigt die Heilung und senkt das Rückfallrisiko deutlich: In einer Studie kehrten die Geschwüre nach einer Venen-OP innerhalb von vier Jahren bei 31 Prozent der Behandelten zurück, mit Kompression allein bei 56 Prozent. Beim arteriellen Ulcus steht im Vordergrund, die Durchblutung wiederherzustellen, etwa durch Aufdehnen oder eine Bypass-Operation.

Kompressionstherapie

Die Kompression ist beim venösen Ulcus die Standardtherapie und beschleunigt die Abheilung. Anfangs werden meist Kompressionsverbände angelegt, die rund um die Uhr am Bein bleiben. Später folgt ein zweilagiges Ulkus-Strumpfsystem. Schmerzen im Bein sollten unter der Kompression im Verlauf abnehmen. Nehmen sie zu, muss das abgeklärt werden.

Nicht komprimiert werden darf unter anderem bei einer fortgeschrittenen Durchblutungsstörung der Arterien (Knöchel-Arm-Index unter 0,5 oder Knöchelarteriendruck unter 60 mmHg) und bei einer schweren, nicht ausgeglichenen Herzschwäche. Liegt der Index über 0,5 oder der Knöchelarteriendruck über 60 mmHg, sollte auch bei einer begleitenden Durchblutungsstörung komprimiert werden, sofern nichts anderes dagegen spricht.

Warnzeichen unter Kompression: Treten diese Beschwerden auf, nehmen Sie Verband oder Strumpf sofort ab und lassen Sie das Bein ärztlich kontrollieren.

  • Zehen verfärben sich blau oder weiß
  • Kribbeln, Missempfindungen oder Taubheit
  • zunehmende Schmerzen
  • Kurzatmigkeit und Schweißausbrüche
  • plötzliche Bewegungseinschränkung

Wundversorgung

Die Wunde wird gereinigt, Beläge und abgestorbenes Gewebe werden entfernt, und eine passende Wundauflage nimmt das Wundsekret auf und schützt vor Keimen. Welche Auflage am besten ist, richtet sich nach der Wunde. Dass bestimmte Produkte grundsätzlich besser wirken als andere, ist nicht belegt, und für medizinischen Honig ist kein Vorteil nachgewiesen. Salben mit Antibiotika gelten in der Wundbehandlung heute als überholt. Bei Anzeichen einer Infektion setzen Ärzte und Pflegefachkräfte antiseptische Lösungen ein, zum Beispiel mit Octenidin oder Polihexanid. Tabletten oder Infusionen mit Antibiotika sind nötig, wenn sich eine Infektion im Körper ausbreitet.

Bewegung

Die Kompression wirkt erst richtig, wenn die Wadenmuskeln arbeiten. Gehen Sie deshalb so viel, wie es möglich ist, und machen Sie regelmäßig Fußgymnastik, zum Beispiel die Füße kreisen und wippen. Die Leitlinie empfiehlt, Betroffene zu solchen Übungen anzuleiten.

Wie lange dauert die Heilung?

Ein offenes Bein heilt meist erst nach mehreren Monaten. In einer großen Studie mit kleineren, erst seit einigen Monaten bestehenden venösen Geschwüren waren nach 24 Wochen 75 Prozent abgeheilt, wenn die Venen erst später behandelt wurden, und 86 Prozent bei früher Venenbehandlung, jeweils zusätzlich zur Kompression. Ältere und größere Wunden heilen oft langsamer. Die Heilung bremsen vor allem eine begleitende Durchblutungsstörung, starkes Übergewicht und wenig Bewegung.

Wann zum Arzt, wann in die Klinik?

ZeichenWas tun
eine Wunde am Unterschenkel oder Fuß, die nicht abheilt, oder die beschriebenen HautveränderungenTermin in der Hausarztpraxis oder bei einer Fachärztin oder einem Facharzt für Venenheilkunde
zunehmende Rötung, Wärme und Schwellung um die Wunde, Eiter, stärkerer Geruch oder verfärbtes Wundsekret, stärkere Schmerzennoch am selben Tag ärztlich ansehen lassen
Fieber mit Schüttelfrost, schneller Atem, Verwirrtheit oder niedriger Blutdrucksofort Notruf 112, Verdacht auf Blutvergiftung
blaue oder weiße Zehen, Taubheit oder starke Schmerzen unter der KompressionVerband sofort abnehmen, ärztlich kontrollieren lassen

Versorgung zu Hause: Was Krankenkasse und Pflegedienst übernehmen

Verordnet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt häusliche Krankenpflege, bezahlt die gesetzliche Krankenkasse die Wundversorgung durch einen Pflegedienst. Für chronische und schwer heilende Wunden gibt es in der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses eine eigene Leistung, die Pflegefachkräfte mit Spezialisierung auf Wundversorgung erbringen sollen. Beim venösen Ulcus gehört die Kompression dazu. Kann die Wunde zu Hause nicht versorgt werden, erfolgt die Versorgung in spezialisierten Einrichtungen, etwa einem Wundzentrum.

LeistungGrundlageZuzahlung (Erwachsene)
Versorgung chronischer Wunden durch einen Pflegediensthäusliche Krankenpflege, § 37 SGB V10 % der Kosten und 10 Euro je Verordnung, höchstens für 28 Tage im Jahr
An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen oder Anlegen von Kompressionsverbänden, wenn Sie es selbst nicht könnenhäusliche Krankenpflege, § 37 SGB Vwie oben
Kompressionsstrümpfe und An- oder AusziehhilfenHilfsmittel, § 33 SGB V10 %, mindestens 5 und höchstens 10 Euro
Kompressionsbinden und WundauflagenVerbandmittel, § 31 SGB V10 %, mindestens 5 und höchstens 10 Euro

Ab dem 1. Januar 2027 steigen die Zuzahlungen: bei der häuslichen Krankenpflege auf 15 Euro je Verordnung, bei Hilfsmitteln und Verbandmitteln auf mindestens 7,50 und höchstens 15 Euro. Zuzahlungen müssen Sie im Jahr nur bis zur Belastungsgrenze leisten, das sind 2 Prozent der Bruttoeinnahmen, bei chronisch Kranken 1 Prozent. Kompressionsstrümpfe halten bei regelmäßigem Tragen in der Regel sechs Monate. Auf Verordnung kann ein Pflegedienst außerdem Sie oder Ihre Angehörigen anleiten, damit Sie einzelne Handgriffe selbst übernehmen können.

Pflegefachkräfte schätzen die Wunde und die Lebenssituation ein, planen die Maßnahmen mit Ihnen, schulen Sie im Umgang mit Wunde und Kompression und stimmen sich mit der Arztpraxis ab. Die Wirkung der Behandlung überprüfen sie regelmäßig, spätestens nach vier Wochen.

Rückfälle vermeiden

Ein abgeheiltes venöses Ulcus kommt bei bis zu 70 Prozent der Betroffenen zurück. Diese Maßnahmen senken das Risiko:

  • Medizinische Kompressionsstrümpfe weiter tragen, mindestens Kompressionsklasse I und mindestens knielang. Fällt das Anziehen schwer, kann eine Anziehhilfe verordnet werden.
  • Die kranken Venen behandeln lassen, falls das noch nicht geschehen ist.
  • In Bewegung bleiben, Füße und Sprunggelenke regelmäßig trainieren.
  • Übergewicht abbauen.
  • Auf die Haut achten und neue Verfärbungen, Ekzeme oder kleine Wunden früh ärztlich abklären lassen.

Offenes Bein in Berlin: Hilfe durch DAKOS

Für die Behandlung sind Fachärztinnen und Fachärzte für Venenheilkunde (Phlebologie) die richtige Anlaufstelle. Praxen in Ihrer Nähe finden Sie über die Arztsuche der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie, dort lässt sich nach dem Schwerpunkt „Offenes Bein (Ulcus cruris)“ und der Postleitzahl filtern. Neutrale Beratung zu Hilfsmitteln und Anträgen bieten die Berliner Pflegestützpunkte unter 0800 59 500 59, gebührenfrei montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr.

DAKOS ist seit 2012 als ambulanter Pflegedienst in Berlin tätig. Auf ärztliche Verordnung übernehmen wir die Wundversorgung bei Ihnen zu Hause, stimmen uns mit Ihrer Arztpraxis ab und beraten Sie und Ihre Angehörigen zum Alltag mit der Wunde. Unser Team spricht Deutsch, Russisch, Englisch, Serbisch und Polnisch. Welche Leistungen in Ihrer Situation möglich sind, klären wir gern in einem persönlichen Gespräch.

Fazit

Ein offenes Bein ist fast immer die Folge einer Gefäßerkrankung, meist einer Venenschwäche. Es heilt nur, wenn die Ursache behandelt, beim venösen Ulcus konsequent komprimiert und die Wunde fachgerecht versorgt wird. Achten Sie auf Warnzeichen wie Fieber oder blaue Zehen unter dem Verband, und tragen Sie nach dem Abheilen weiter Kompressionsstrümpfe, denn Rückfälle sind häufig. Die Wundversorgung zu Hause übernimmt auf Verordnung die Krankenkasse.

Häufige Fragen zum offenen Bein (Ulcus cruris)

Einem venösen Ulcus gehen meist sichtbare Hautveränderungen voraus: geschwollene Knöchel und Unterschenkel, bräunliche Verfärbungen, ein Stauungsekzem, verhärtete Haut oder weißliche, narbenartige Stellen, die Atrophie blanche. Auch ein Kranz kleiner, erweiterter Venen am inneren Fußrand kann ein frühes Zeichen sein. Solche Veränderungen zeigen eine fortgeschrittene Venenschwäche an. Lassen Sie sie ärztlich abklären, bevor eine offene Wunde entsteht.
Meist dauert die Heilung mehrere Monate, abhängig von Ursache, Größe und Behandlung. In einer großen Studie waren nach 24 Wochen 75 bis 86 Prozent der venösen Geschwüre abgeheilt, am schnellsten mit Kompression und früher Venenbehandlung. Ist nach sechs Wochen richtiger Behandlung keine Heilungstendenz erkennbar, sollen Diagnose und Therapie überprüft werden. Langsamer heilen Wunden etwa bei Durchblutungsstörungen, starkem Übergewicht oder wenig Bewegung.
Sofort in die Klinik gehören Sie, und Sie sollten den Notruf 112 wählen, wenn Anzeichen einer Blutvergiftung auftreten: Fieber mit Schüttelfrost, schneller Atem, Verwirrtheit oder niedriger Blutdruck. Breitet sich eine Rötung um die Wunde aus, wird sie warm, eitrig oder riecht stärker, sollte die Ärztin oder der Arzt die Wunde noch am selben Tag ansehen. Werden unter einem Kompressionsverband Zehen blau oder weiß, nehmen Sie ihn sofort ab.
Ja, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt häusliche Krankenpflege verordnet, bezahlt die gesetzliche Krankenkasse die Wundversorgung durch einen Pflegedienst. Für chronische Wunden gibt es eine eigene Leistung, die auf Wundversorgung spezialisierte Pflegefachkräfte erbringen sollen. Auch das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen kann verordnet werden, wenn Sie es selbst nicht schaffen. Erwachsene zahlen 10 Prozent der Kosten und 10 Euro je Verordnung zu, ab 2027 15 Euro.
Ja, nach einem venösen Ulcus empfiehlt die Leitlinie, auch nach dem Abheilen medizinische Kompressionsstrümpfe zu tragen, mindestens Kompressionsklasse I und mindestens knielang. Der Grund: Bis zu 70 Prozent der venösen Geschwüre kehren zurück. Ebenso wichtig sind Bewegung, ein gesundes Körpergewicht und die Behandlung der kranken Venen. Bei einer schweren Durchblutungsstörung der Arterien darf dagegen nur nach ärztlicher Abklärung komprimiert werden.
Am besten hilft eine Kombination aus Ursachenbehandlung, Kompression beim venösen Ulcus und fachgerechter Wundversorgung mit Reinigung, Entfernen von Belägen und passenden Wundauflagen. Regelmäßige Bewegung stärkt die Wadenmuskelpumpe. Salben mit Antibiotika gelten in der Wundbehandlung heute als überholt, bei Infektionszeichen kommen Antiseptika zum Einsatz. Für Honig ist kein Vorteil belegt. Besprechen Sie jede Selbstbehandlung vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Stand: September 2026. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung und Behandlung.

Quellen

Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Schreiben Sie uns jederzeit eine WhatsApp oder rufen Sie uns direkt an!
Fordern Sie jetzt Ihren kostenfreien Kostenvorschlag an. Unsere Pflegeexperten werden gemeinsam mit Ihnen ein optimales Pflegekonzept für Sie oder Ihre Liebsten erstellen.

„*“ zeigt erforderliche Felder an

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Name*
Datenschutz*

Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen dieser Website stehen auf „Cookies zulassen“, damit Sie die Website bestmöglich nutzen können. Wenn Sie die Website weiter nutzen, ohne Ihre Cookie-Einstellungen zu ändern, oder unten auf „Akzeptieren“ klicken, stimmen Sie dem zu.

Schließen