Frau in einem Rollstuhl fährt eine Rampe rauf

Barrierefreiheit für mehr Teilnahme am Leben

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Barrierefreiheit ist immer wieder in aller Munde, soll sie doch eine inklusive Gesellschaft fördern. Für Unwissende scheint barrierefrei lediglich ein rollstuhlgerechter Zugang in ein Gebäude zu sein. Doch weit gefehlt. Was es mit dem Leben ohne Grenzen auf sich hat, erläutern wir im folgenden Beitrag.

Was bedeutet Barrierefreiheit überhaupt?

Ein Leben ohne Barrieren bedeutet, dass jeder Mensch ohne fremde Hilfe und ohne Erschwernis Zugang zu Gebäuden, Informationen und Kommunikation hat.

In der Regel sind Menschen mit einer Behinderung oder sonstigen Einschränkung auf Unterstützung und fremde Hilfe angewiesen. Behinderungen müssen dabei nicht angeboren sein, sondern können auch einem hohen Alter oder Unfall geschuldet sein. Zudem führen nicht ausschließlich körperliche Beeinträchtigungen zu Behinderungen, sondern auch Defizite in Sprache, beim Sehen, Hören oder Lernen.

Des Weiteren sind auch Personen mit einem Kinderwagen beeinträchtigt, wenn sie nicht selbständig ein Gebäude mit Treppenaufgang betreten können. Ebenso können Informationen Barrieren enthalten, wenn sie für Hör- oder Sehbehinderte nicht zugänglich sind.

Wie ist ein Leben ohne Barrieren umsetzbar?

Barrierefreiheit kann an Gebäuden, Produkten, Dienstleistungen, Informationen und Kommunikation umgesetzt werden. Je nach Beeinträchtigung des Menschen werden unterschiedliche Maßnahmen benötigt.

An öffentlichen Gebäuden bedeutet beispielsweise für Gehbehinderte oder Eltern mit einem Kinderwagen eine Rampe oder ein rollstuhlgerechter Aufzug freier Zugang. Öffentliche Gehwege können mit einer speziellen Begrenzung für Sehbehinderte erkennbar und ohne Bordstein für Gehbehinderte passierbar gemacht werden.

Auch im medialen Bereich lassen sich etliche Beispiele finden, wie sich ein Leben mit barrierefreier Informationstechnik gestalten lässt. So gibt es beispielsweise für blinde Menschen einen verbalen Kommentar zu Bildern, der in Worten deren Inhalt beschreibt. Ein Gebärdendolmetscher übersetzt für Gehörlose Informationen, sodass sie aktuelle Nachrichten verfolgen oder an Vorträgen teilnehmen können.

Für Menschen, die die deutsche Sprache nicht sprechen, kann leicht verständliches, frei zugängliches Lernen mit Übersetzungshilfe Barrierefreiheit bedeuten. Es gibt aber noch viele weitere Möglichkeiten von barrierefreier Gestaltung der öffentlichen Umwelt.

Warum ist das Beseitigen von Barrieren so wichtig?

Barrierefreiheit hat insbesondere Inklusion und die Möglichkeit zur freien Selbstbestimmung zum Ziel. Alle Menschen sollen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben und die gleichen Chancen wahrnehmen dürfen. Gerade in öffentlich zugänglichen Gebäuden, wie Behörden und Ämtern, ist barrierefreies Planen ein absolutes Muss. Beantragung von Ausweispapieren oder staatlichen Unterstützungsgeldern, Ummeldung des Wohnsitzes und vieles mehr sollte jeder selbständig bei Behörden managen können.

Chancengleichheit wird durch Informationen ohne Grenzen ebenfalls gefördert. Hör- und Sehbeeinträchtigte, die freien Zugang zu Wissen haben, mit beispielsweise Gebärdensprache-Unterstützung, können ebenso studieren und frei ihren Beruf wählen wie Nicht-Beeinträchtigte. Angesichts zunehmender Migration und gewünschter Integration spielt auch hier das Beseitigen von sprachlichen Barrieren eine bedeutende Rolle.

Unternehmen suchen händeringend qualifizierte Arbeitskräfte und mit dem Überwinden von Hürden – baulich wie sprachlich – wäre auch der Wirtschaft ein großer Dienst getan. Viele Firmen setzen dies schon um, wie beispielsweise mit barrierefreiem Bauen.

Gibt es Gesetze zur Barrierefreiheit?

Es gibt einige Gesetze, die „barrierefrei“ definieren und zum Ziel haben, die Inklusion von allen Menschen zu unterstützen. Des Weiteren regeln DIN-Normen die bauliche Umsetzung der Gesetzesvorschriften. Die wichtigsten Gesetze und DIN-Normen in Deutschland sind:

  • das Behindertengleichstellungsgesetz (abgekürzt: BGG)
  • die UN-Behindertenrechtskonvention (abgekürzt: UN-BRK)
  • das Barrierefreiheitstärkungsgesetz (abgekürzt: BFSG)
  • die DIN-Norm 18040 „Barrierefreies Bauen“

Das BGG von 2002 beschäftigt sich mit der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, baulich wie sprachlich. Darunter fällt beispielsweise der freie Zugang zu öffentlichen Einrichtungen und Barrierefreiheit in der Infrastruktur. Des Weiteren soll das Gesetz eine „Leichte Sprache“ in Behördenformularen garantieren.

Die UN-BRK hat seit 2009 in Deutschland Bestand und zielt ebenfalls auf Inklusion und Gleichberechtigung behinderter Menschen ab. Die Konvention hat das BGG von 2002 ergänzt und weiterentwickelt.

Das BFSG wurde 2021 aufgrund einer EU-Richtlinie umgesetzt. Das Gesetz regelt die Barrierefeiheitsanforderungen hinsichtlich Dienstleistungen und Produkte innerhalb der EU. Einheitliche Standards sollen den EU-Binnenmarkt stärken und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

Die DIN-Norm 18040 besteht aus drei Teilen, die einheitliche Regelungen zum barrierefreien Bauen und Planen festlegen. Der erste Teil beschäftigt sich mit öffentlich zugänglichen Gebäuden, der zweite Teil mit dem Ausstatten von Wohnungen und der dritte mit dem öffentlichen Verkehrs- und Freiraum. Die Anwendung der DIN kann von Bundesland zu Bundesland variieren.

Wie setzt man Barrierefreiheit in der Pflege um?

Im Alter kann eine behindertengerechte und barrierefreie Wohnung hilfsbedürftigen Menschen ein weitgehend selbständiges Leben im eigenen, vertrauten zuhause sichern, vor allem bei einer häuslichen Pflege durch Angehörige. Dafür müssen oft kostspielige Umbaumaßnahmen unternommen werden. In einem Haus mit mehreren Etagen müssen eventuell Zimmer ins Erdgeschoss verlegt, Treppenlifte und Rampen eingebaut, Badezimmer rollstuhl- oder rollatorgerecht gestaltet werden.

Auch bei den Möbeln ist einiges zu beachten. Eine härtere Polsterung von Stühlen und Sofa sowie ein Pflegebett mit spezieller Matratze und elektrischer Verstellbarkeit erleichtern beispielsweise das Aufstehen.

Ein Pflegeheimplatz kostet viel Geld, daher stellt barrierefreies Bauen und Umgestalten des Wohnungsinventars unter Umständen die bessere Variante dar. Zumal es viele Fördermaßnahmen durch die Pflegekasse, Staat und Kommunen gibt und ein Altern in Würde erleichtert wird.

Haben Sie Fragen zu Barrierefreiheit? Wenden Sie sich an unsere Berater in unserem Pflegedienst in Berlin!

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