Pflegegrade und Pflegegradrechner

Wie funktioniert ein Pflegegradrechner in der Pflege? 

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Table of Contents

In der heutigen Zeit ist die Bestimmung des richtigen Pflegegrades von entscheidender Bedeutung, um die angemessene Pflege und Unterstützung für Ihre Angehörigen sicherzustellen. Ein Pflegegradrechner kann dabei eine äußerst hilfreiche Rolle spielen.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie ein Pflegegradrechner funktioniert, warum er wichtig ist und wie Sie ihn effektiv nutzen können. Der Blog erzählt auch von den krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen nach der Einstufung ein einen Pflegegrad.

Was ist ein Pflegegradrechner?

Ein Pflegegradrechner ist ein nützliches Online-Tool, das entwickelt wurde, um Familien dabei zu helfen, für ihre Angehörigen den geeigneten Pflegegrad zu berechnen.

Er basiert auf den Kriterien des deutschen Pflegestärkungsgesetzes und berücksichtigt verschiedene Aspekte der Pflegebedürftigkeit, wie z.B.:

  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten,
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen,
  • und psychische Erkrankungen.

Warum ist ein Pflegegradrechner wichtig?

Der Pflegegrad ist ein Indikator für den Grad der Pflegebedürftigkeit einer Person. Je höher der Pflegegrad, desto umfassender ist die benötigte Pflege. Ein Pflegegradrechner ist wichtig aus mehreren Gründen:

  • Er bietet eine objektive Bewertung der Pflegebedürftigkeit, die auf klaren Kriterien basiert, wodurch eine faire Verteilung von Pflegeleistungen gewährleistet wird.
  • Die Verwendung eines Pflegegradrechners spart Zeit, da er schnell Ergebnisse liefert und verhindert, dass Sie aufwendige manuelle Berechnungen durchführen müssen.
  • Mit einem voraussichtlichen Pflegegrad können Sie besser planen, welche Art von Pflege und Unterstützung benötigt wird, um die Lebensqualität Ihres Angehörigen zu verbessern.

Wie funktioniert ein Pflegegradrechner?

Ein Pflegegradrechner funktioniert auf der Grundlage einer umfassenden Bewertung verschiedener Faktoren. Hier sind die Schritte, wie er in der Regel arbeitet:

Schritt 1: Dateneingabe

Die Nutzung eines Pflegegradrechners beginnt mit der Eingabe grundlegender Informationen zur pflegebedürftigen Person. Hierzu gehören:

  • Alter: Das Alter der Person ist ein wesentlicher Faktor bei der Pflegegradberechnung, da sich die Pflegebedürftigkeit oft mit zunehmendem Alter verändert.
  • Geschlecht: Das Geschlecht kann Einfluss auf die Berechnung haben, da bestimmte Erkrankungen geschlechtsspezifisch auftreten.
  • Gesundheitszustand: Informationen über bestehende Gesundheitsprobleme und chronische Erkrankungen sind von großer Bedeutung. Hierzu gehören beispielsweise Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder neurologische Erkrankungen.
  • Tägliche Aktivitäten: Der Pflegegradrechner erfragt auch Informationen über die Fähigkeit der Person, alltägliche Aktivitäten eigenständig durchzuführen. Dies umfasst das Essen, Ankleiden, Waschen, Toilettengänge und weitere grundlegende Aufgaben.

Schritt 2: Bewertung der Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL)

Nach der Dateneingabe analysiert der Pflegegradrechner die Fähigkeit der Person, diese alltäglichen Aktivitäten, auch als Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) bezeichnet, eigenständig auszuführen. Hierbei werden verschiedene Grade der Unterstützung berücksichtigt:

  • Selbstständig: Die Person kann die Aktivität ohne Hilfe ausführen.
  • Teilweise Unterstützung: Person benötigt teilweise Hilfe oder Anleitung.
  • Vollständige Unterstützung: Die Person ist auf vollständige Unterstützung angewiesen.

Je mehr Unterstützung in den ADL erforderlich ist, desto höher fällt in der Regel der ermittelte Pflegegrad aus.

Schritt 3: Medizinische Bewertung

Gesundheitsprobleme der pflegebedürftigen Person werden sorgfältig bewertet. Dies schließt nicht nur physische Erkrankungen ein, sondern berücksichtigt auch psychische Gesundheitsaspekte wie Demenz oder Depression. Die Schwere und der Einfluss dieser Erkrankungen auf die Selbstständigkeit werden in die Berechnung einbezogen.

Schritt 4: Psychische und kognitive Fähigkeiten

Mentale Gesundheitsaspekte spielen eine entscheidende Rolle bei der Pflegebedürftigkeit. Der Pflegegradrechner berücksichtigt den Grad der Beeinträchtigung psychischer und kognitiver Fähigkeiten. Dies kann beispielsweise die Fähigkeit zur Orientierung, Kommunikation oder Entscheidungsfindung betreffen.

Es wird bei diesem Schritt auch auf abweichende Zustände wie verbale Aggressionen, nächtliche Unruhe oder das Beschädigen von Gegenständen geachtet.

Schritt 5: Zusammenfassung und Ergebnis

Nachdem alle Informationen sorgfältig analysiert wurden, gibt der Pflegegradrechner einen spezifischen Pflegegrad aus. Dieser Grad spiegelt die individuellen Bedürfnisse der pflegebedürftigen Person wider und dient als Grundlage für die Beantragung von Pflegeleistungen und die Berechnung der Pflegekosten.

Wie sehen die Fragen in dem Rechner aus?

Die Fragen sind in Tabellen mit folgenden Bestandteilen aufgeteilt:

  • Allgemeine Angaben zum Antragsteller (bei Kinder z.B. auch Altersangabe)
  • Gesamtbewertung / Feststellung des Pflegegrades 
  • Übersicht über die Leistungen, die sich ab 2017 aus dem ermittelten Pflegegrad ergeben 
  • Eigene Notizen – z.B. zur Gesprächsvorbereitung 

Außerdem sind die Fragen eines Pflegegradrechner in der Regel in Module aufgeteilt: 

Beispiel für die Berechnung des Pflegegrades mit einem Pflegegradrechner

Um den Prozess der Pflegegradberechnung zu verdeutlichen, betrachten wir ein Beispiel für eine fiktive Person namens Anna. Bitte beachten Sie, dass diese Person ausgedacht ist und nur als ein Beispiel dient!

Nach der umfassenden Analyse ergibt sich für Anna ein Pflegegrad 3. Dies bedeutet, dass sie einen moderaten Pflegebedarf hat und berechtigt ist, bestimmte Pflegeleistungen in Anspruch zu nehmen, die ihren Bedürfnissen entsprechen.

Der Pflegegrad 3 ermöglicht eine gezielte Unterstützung durch einen medizinischen Dienst, um Anna dabei zu helfen, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen und ihre Gesundheit optimal zu erhalten. 

Die genauen Kriterien der Pflegegrade nach dem Pflegegradrechner

Die Pflegegrade sind in Deutschland nach dem Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) eingeführt worden und basieren auf einer umfassenden Bewertung der Pflegebedürftigkeit einer Person.

Hier sind die genauen Kriterien, die zur Ermittlung der Pflegegrade nach dem Pflegegradrechner herangezogen werden:

Pflegegrad 1

Pflegegrad 1 wird in Fällen vergeben, in denen geringfügige Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit und der Fähigkeit zur Alltagsbewältigung vorliegen. Das Kriterium für Pflegegrad 1 ist:

  • Geringfügige Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (10,5 bis unter 27 Punkte im Pflegegradrechner).

Pflegegrad 2

Der Pflegegrad 2 wird vergeben, wenn bereits erhebliche Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit und der Fähigkeit zur Alltagsbewältigung vorhanden sind. Die Kriterien für Pflegegrad 2 sind:

  • Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (27 bis unter 47,5 Punkte im Pflegegradrechner).

Pflegegrad 3

Pflegegrad 3 wird dann vergeben, wenn eine schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und der Fähigkeit zur Alltagsbewältigung besteht. Kriterien für Pflegegrad 3 sind:

  • Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (47,5 bis unter 70 Punkte im Pflegegradrechner).

Pflegegrad 4

Der Pflegegrad 4 wird vergeben, wenn eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und der Fähigkeit zur Alltagsbewältigung vorliegt. Die Kriterien für Pflegegrad 4 sind:

  • Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (70 bis unter 90 Punkte im Pflegegradrechner).

Pflegegrad 5

Pflegegrad 5 wird dann vergeben, wenn eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und der Fähigkeit zur Alltagsbewältigung vorliegt und zusätzlich besondere Anforderungen in der häuslichen Pflege erfüllt werden. Kriterien für Pflegegrad 5 sind:

  • Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit (mind. 90 Punkte im Pflegegradrechner).
  • Erfüllung besonderer Anforderungen in der häuslichen Pflege, die eine intensivere Betreuung erfordern.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Ermittlung der Pflegegrade nicht ausschließlich auf medizinischen Diagnosen beruht, sondern vielmehr auf der tatsächlichen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit im Alltag. 

Kriterien gewährleisten eine gerechte Verteilung von Pflegeleistungen und eine angemessene Unterstützung für Menschen mit unterschiedlichen Pflegebedürfnissen.

Wie kann man einen Pflegegradrechner effektiv nutzen?

Die effektive Nutzung eines Pflegegradrechners erfordert:

Genaue Informationen

Stellen Sie sicher, dass Sie genaue Informationen über den Gesundheitszustand und die Aktivitäten des täglichen Lebens der pflegebedürftigen Person zur Verfügung stellen.

Vergleich verschiedener Rechner

Es kann hilfreich sein, verschiedene Pflegegradrechner zu vergleichen, um sicherzustellen, dass Sie ein umfassendes Bild erhalten.

Beratung von Experten

Zögern Sie nicht, sich bei Unklarheiten an Pflegeexperten oder Beratungsstellen zu wenden, um sicherzustellen, dass Sie die besten Entscheidungen treffen.

Fazit

Ein Pflegegradrechner ist ein wertvolles Werkzeug, um den richtigen Pflegegrad für Ihre Angehörigen zu ermitteln. Mit seiner Hilfe können Sie sicherstellen, dass die notwendige Pflege und Unterstützung bereitgestellt wird, um die Lebensqualität Ihrer Liebsten zu verbessern.

Der Rechner bietet eine objektive und transparente Methode zur Ermittlung des Pflegebedarfs und ermöglicht eine gerechte Verteilung von Pflegeleistungen. Dieses nützliche Tool spart nicht nur Zeit, sondern hilft auch dabei, die bestmögliche Pflege und Unterstützung für Ihre Angehörigen sicherzustellen.

Häufig gestellte Fragen

Ja, die meisten Pflegegradrechner sind kostenlos und online verfügbar.
Ja, es ist möglich, den Pflegegrad manuell zu ermitteln, aber dies kann zeitaufwändig sein und erfordert eine gründliche Kenntnis der gesetzlichen Kriterien.
Mit einem höheren Pflegegrad stehen in der Regel mehr Pflegeleistungen und finanzielle Unterstützung zur Verfügung.
Es wird empfohlen, den Pflegegrad regelmäßig zu überprüfen, da sich der Gesundheitszustand ändern kann, was eine Anpassung erforderlich macht.
Ja, viele Länder bieten ähnliche Tools zur Bestimmung des Pflegegrades an, basierend auf ihren jeweiligen Gesetzen und Kriterien.
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