Weiße aufgezeichnete Lunge (Tracheostoma) mit einem Stethoskop auf einem roten Untergrund

Tracheostoma: Leitfaden für Verständnis und Pflege

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Inhaltsverzeichnis

Ein Tracheostoma ist eine operativ angelegte Öffnung der Luftröhre vorne am Hals. Über sie atmet ein Mensch direkt in die Luftröhre, meist durch eine eingesetzte Trachealkanüle, statt über Mund, Nase und Kehlkopf. Häufige Gründe sind eine lange künstliche Beatmung, die Entfernung des Kehlkopfs bei Krebs sowie Tumoren oder Verletzungen der Atemwege. Ein Tracheostoma kann vorübergehend sein oder dauerhaft bleiben.

Zu Hause kommt es auf drei Dinge an: Kanüle und Haut täglich versorgen, die Atemwege feucht und frei halten und im Notfall sicher handeln. Die Kosten für Pflege und Hilfsmittel trägt auf ärztliche Verordnung die Krankenkasse.

Was ist ein Tracheostoma?

„Tracheo“ steht für die Luftröhre (Trachea), „Stoma“ ist griechisch für Mund oder Öffnung. Weil die Atemluft nicht mehr durch Nase und Rachen strömt, fallen deren Schutzfunktionen weg: Die Luft wird nicht mehr gewärmt, befeuchtet und gefiltert. Hilfsmittel wie die „künstliche Nase“ übernehmen einen Teil dieser Aufgaben. Menschen, die über ein Tracheostoma atmen, nennt man auch Halsatmer.

Ein Tracheostoma ist keine Krankheit und hat keine eigenen Symptome. Atemnot oder pfeifende Atemgeräusche zeigen vielmehr ein Problem an, zum Beispiel eine verstopfte oder verrutschte Kanüle. Im Alltag werden mehrere Begriffe oft verwechselt:

BegriffBedeutung
Tracheotomie (auch Tracheostomie, Luftröhrenschnitt)der Eingriff, bei dem die Luftröhre vorne am Hals geöffnet wird
Tracheostomadie dabei entstandene Öffnung, über die der Mensch atmet
Trachealkanüleein gebogenes Röhrchen, das im Tracheostoma liegt und es offen hält
Laryngektomiedie teilweise oder vollständige Entfernung des Kehlkopfs; nach vollständiger Entfernung atmen Betroffene nur noch über das Stoma, Atem- und Speiseweg sind getrennt

Warum bekommt man ein Tracheostoma?

Ein Tracheostoma sichert die Atmung, wenn der natürliche Weg nicht ausreicht oder fehlt. Häufige Gründe sind:

  • Lange künstliche Beatmung: Auf der Intensivstation werden die meisten Beatmeten tracheotomiert, wenn die Beatmung über einen Schlauch im Mund länger als etwa zehn Tage dauert. Die Kanüle vermeidet Nebenwirkungen des Beatmungsschlauchs und kann die Entwöhnung vom Beatmungsgerät erleichtern.
  • Kehlkopfkrebs: Nach einer vollständigen Entfernung des Kehlkopfs bleibt das Tracheostoma dauerhaft.
  • Tumoren oder Verletzungen im Bereich von Mund, Rachen und Luftröhre, die die Atemwege einengen.
  • Schwere Schluckstörungen: Kann jemand den eigenen Speichel nicht sicher schlucken, schützt eine blockbare Kanüle die Lunge vor verschlucktem Speichel.

Bei der Lungenerkrankung COPD wird ein Luftröhrenschnitt vor allem dann nötig, wenn nach einer schweren Verschlechterung lange auf der Intensivstation beatmet werden muss. Nach der Entwöhnung kommt für viele Betroffene eine Beatmung über eine Maske infrage, die sogenannte nicht-invasive Beatmung. Sie kommt ohne Tracheostoma aus. Über den Eingriff entscheidet das ärztliche Team gemeinsam mit den Betroffenen oder ihren Vertretern.

Arten: vorübergehend oder dauerhaft

Die Art der Anlage entscheidet mit, wie stabil das Stoma ist und ob es sich wieder schließt.

Dilatatives Tracheostoma

Auf der Intensivstation wird die Luftröhre häufig am Krankenbett punktiert und die Öffnung schrittweise aufgedehnt (Punktionstracheotomie). Genäht wird dabei nicht. Diese Öffnung neigt stark dazu, zu schrumpfen: Wird die Kanüle entfernt, schließt sie sich häufig binnen kurzer Zeit von selbst. In den ersten sieben bis zehn Tagen ist der Zugang noch instabil, die Kanüle soll in dieser Zeit nicht gewechselt werden.

Chirurgisches (plastisches) Tracheostoma

Bei der chirurgischen Tracheotomie nähen Ärztinnen und Ärzte die Ränder der geöffneten Luftröhre in die Haut ein. So entsteht ein stabiler Kanal, in dem der Kanülenwechsel sicherer gelingt. Für eine dauerhafte Beatmung über die Kanüle zu Hause soll ein stabiles Tracheostoma vorhanden sein. Soll es später geschlossen werden, ist häufig eine Operation nötig.

Tracheostoma nach Kehlkopfentfernung

Nach einer vollständigen Entfernung des Kehlkopfs endet die Luftröhre am Hals. Das Tracheostoma ist dann der einzige Atemweg und bleibt dauerhaft. Weil Atem- und Speiseweg getrennt sind, gelangt beim Schlucken nichts in die Luftröhre.

Trachealkanülen und Hilfsmittel

Die Trachealkanüle hält das Tracheostoma offen. Welche passt, legt das ärztliche Team fest. Die Krankenkasse bezahlt die Hilfsmittel auf ärztliche Verordnung, und zwar immer mindestens zwei Kanülen, damit jederzeit eine gereinigt werden kann.

HilfsmittelWofürWorauf achten
Blockbare KanüleEine aufblasbare Manschette (Cuff) dichtet die Luftröhre ab, etwa bei Beatmung oder wenn Speichel in die Lunge zu laufen droht.Cuffdruck regelmäßig mit einem Messgerät prüfen, sonst drohen Druckschäden in der Luftröhre. Mit geblockter Kanüle ist keine Stimme möglich.
Nicht blockbare Kanülefür Menschen, die selbst atmen und Speichel sicher schluckenBei zweiteiligen Kanülen lässt sich die Innenkanüle zur Reinigung herausnehmen, die Außenkanüle bleibt liegen.
SprechventilDas Ventil öffnet sich beim Einatmen und schließt sich beim Ausatmen. Die Luft strömt über den Kehlkopf, Sprechen wird möglich.nur auf eine entblockte Kanüle mit Sieb oder Fenster setzen
Künstliche Nase (HME)wärmt und befeuchtet die Atemluft, mit Filter hält sie auch Staub abFilter nach Herstellerangabe wechseln
Trachealkompressensaugen Sekret auf und polstern zwischen Kanüle und Hautfeuchte Kompressen zügig wechseln
Duschschutzhält beim Duschen Wasser vom Stoma fernWasser in der Luftröhre kann lebensgefährlich sein.
Absauggerätentfernt Sekret, das nicht abgehustet werden kannschonend absaugen, den Katheter nicht zu tief einführen

Einen Raumluftbefeuchter bezahlt die Krankenkasse nicht, er gilt als Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens.

Tracheostoma-Pflege zu Hause

Wie oft und womit gepflegt wird, legen Arztpraxis und Gebrauchsanweisung fest. Diese Grundregeln gelten fast immer.

Kanüle reinigen

Reinigen Sie die Trachealkanüle mindestens einmal täglich, bei viel Sekret auch mehrmals. Im Alltag gelten dieselben Hygieneregeln wie bei einer Zahnprothese: Die Kanüle wird unter fließendem Wasser mit einer Kanülenbürste gesäubert. Eine Desinfektion ist nicht jeden Tag nötig, richten Sie sich nach der Gebrauchsanweisung. Lässt sich eine Kanüle nicht mehr vollständig säubern oder funktioniert sie nicht mehr richtig, muss sie ausgetauscht werden, auch vor Ablauf der vom Hersteller genannten Zeit.

Stoma und Haut

Sehen Sie sich das Tracheostoma bei jeder Versorgung an. Die häufigste Komplikation ist eine Entzündung der Haut, wenn Speichel oder Sekret aus dem Stoma austritt. Wechseln Sie feuchte Kompressen deshalb zügig und halten Sie die Haut trocken. Ist sie gerötet, kann nach ärztlicher Rücksprache eine Zinksalbe helfen. Das Kanülenband soll fest, aber nicht zu straff sitzen: Scheuert die Kanüle, können sich wulstige Wucherungen am Stomarand bilden, sogenannte Granulationen.

Atemwege feucht und frei halten

Weil die Nase als Befeuchter fehlt, trocknet die Luftröhre leicht aus. Zähes Sekret und Borken, die die Kanüle verstopfen, gehören zu den häufigsten Problemen. Dagegen helfen die künstliche Nase, Inhalationen und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum.

Absaugen

Kann jemand Sekret nicht abhusten, wird es mit einem dünnen Katheter abgesaugt. Saugen Sie schonend ab: Sog erst beim Herausziehen, den Katheter nicht zu tief einführen, sonst kann er die Schleimhaut an der Gabelung der Luftröhre verletzen. Ist das Sekret blutig, sitzt die Kanüle womöglich nicht richtig. Lassen Sie den Sitz dann prüfen.

Kanülenwechsel und Anleitung

Gewechselt wird in den Abständen, die Arztpraxis und Hersteller vorgeben. Jede Person, die einen Menschen mit Trachealkanüle betreut, muss den Wechsel beherrschen, denn im Notfall zählt jede Minute. Angehörige können das lernen: Auf ärztliche Verordnung kann ein Pflegedienst Sie bis zu zehnmal zu Hause anleiten und kontrollieren, bis Sie die Handgriffe sicher beherrschen. Was pflegende Familien sonst entlastet, lesen Sie im Beitrag zur häuslichen Pflege durch Angehörige.

Essen, Trinken und Sprechen

Essen und Trinken

Ob jemand mit Tracheostoma normal essen und trinken kann, hängt vom Schlucken ab. Schluckstörungen sind häufig: Etwa 40 Prozent aller Menschen, die über eine Trachealkanüle beatmet werden, entwickeln sie, auch ohne Erkrankung der Nerven. Dann können Speichel, Essen oder Getränke in die Luftröhre gelangen. Mehr zu Anzeichen und Hilfen lesen Sie im Ratgeber zu Schluckstörungen (Dysphagie).

Eine Logopädin oder ein Logopäde prüft das Schlucken und übt es gezielt, oft bis zur Entfernung der Kanüle. Nach einer Kehlkopfentfernung sind Atem- und Speiseweg getrennt, verschluckte Nahrung kann dann nicht in die Luftröhre geraten. Mit geblockter Kanüle sind Riechen und Schmecken eingeschränkt. Spezielle Riechschläuche können helfen, den Geruchssinn wieder zu nutzen.

Sprechen

Mit geblockter Kanüle strömt die Atemluft am Kehlkopf vorbei, Sprechen ist dann nicht möglich. Mit entblockter Kanüle und einem Sprechventil geht es oft wieder, weil die Ausatemluft dann über den Kehlkopf nach oben strömt. Alternativ lässt sich die Öffnung einer entblockten Kanüle beim Ausatmen kurz mit dem behandschuhten Finger verschließen.

Wichtig: Ein Sprechventil gehört nur auf eine entblockte Kanüle, sonst kann die Ausatemluft nicht entweichen. Entblockt werden darf nur, wenn keine schwere Neigung zum Verschlucken besteht. Das entscheidet das Behandlungsteam. Nach einer Kehlkopfentfernung gibt es andere Wege zur Stimme, etwa eine Stimmprothese zwischen Luft- und Speiseröhre oder eine elektronische Sprechhilfe, die von außen am Hals Schwingungen erzeugt.

Notfall: Kanüle verstopft oder herausgerutscht

Am gefährlichsten ist eine verstopfte oder herausgerutschte Kanüle. Handeln Sie dann sofort:

  1. Bei Atemnot oder blauen Lippen den Notruf 112 wählen oder wählen lassen.
  2. Bei zweiteiligen Kanülen die Innenkanüle herausnehmen, oft sitzt die Verstopfung dort.
  3. Sekret absaugen, wenn ein Absauggerät bereitsteht.
  4. Bessert sich die Atmung nicht, die Kanüle gegen die Ersatzkanüle tauschen. Ganz herausnehmen, ohne eine neue einzusetzen, sollten Helfende die Kanüle nur, wenn bekannt ist, dass das Tracheostoma stabil ist. Sonst kann der Kanal schnell zusammenfallen.
  5. Ist die Kanüle herausgerutscht, die Ersatzkanüle einsetzen, wenn Sie darin geschult sind. Gelingt das nicht, das Stoma freihalten und auf den Rettungsdienst warten.
  6. Atmet die Person nicht mehr, mit der Herzdruckmassage beginnen und über das Stoma beatmen, nicht über Mund und Nase (Mund-zu-Hals-Beatmung).

Legen Sie für den Notfall alles griffbereit neben das Bett und in die Tasche für unterwegs: Ersatzkanüle, Absauggerät mit Kathetern und, falls verordnet, einen Tracheospreizer. Tragen Sie einen Notfallausweis bei sich, der auf das Tracheostoma hinweist. Er zeigt Ersthelfenden, dass sie über den Hals beatmen müssen. Diese Zeichen gehören ärztlich abgeklärt:

WarnzeichenMögliche UrsacheWas tun
blutiges Sekret beim AbsaugenKanüle sitzt nicht richtig, gereizte SchleimhautSitz ärztlich prüfen lassen; bei starker Blutung Notruf 112
gerötete, nässende oder schmerzende Haut am Stoma, Eiter, übler GeruchEntzündung oder Infektionzeitnah ärztlich ansehen lassen
Fieber, mehr oder verfärbtes Sekret, schnellere AtmungInfektion der Atemwege, etwa eine Lungenentzündungnoch am selben Tag ärztlich abklären lassen
Luftnot, die über Wochen zunimmtVerengung der Luftröhre (Trachealstenose)umgehend ärztlich untersuchen lassen, auch nach Entfernen der Kanüle

Beschwerden durch eine Verengung der Luftröhre treten nach 0,6 bis 2,6 Prozent der Tracheotomien auf, oft erst Monate später. Weil Nase und Rachen als Filter fehlen und Speichel in die Lunge geraten kann, gehört das Vorbeugen von Lungenentzündungen fest zur Pflege. Welche Maßnahmen helfen, zeigt unser Leitfaden zur Pneumonieprophylaxe.

Pflegeplanung bei Tracheostoma

Für Pflegefachkräfte gehört die Tracheostoma-Versorgung zur Behandlungspflege. Die typischen Pflegeprobleme folgen aus den Aufgaben, die die Richtlinie zur außerklinischen Intensivpflege nennt: Kanülen-, Sekret- und Schluckmanagement, Überwachung, Notfälle und Anleitung der Angehörigen. Ein Beispiel:

PflegeproblemZielMaßnahmen
Atemweg durch zähes Sekret und Borken gefährdetAtemweg ist freiAtemluft befeuchten, bei Bedarf schonend absaugen, Innenkanüle nach Plan reinigen, Atmung beobachten
Gefahr von Hautschäden am StomaHaut um das Stoma ist intaktStoma bei jeder Versorgung ansehen, feuchte Kompressen wechseln, Kanülenband auf Druck prüfen
Aspirationsgefahr bei Schluckstörungkeine Aspiration, ausreichende ErnährungKostform und Cuff-Management nach Vorgabe von Arzt und Logopädie, Cuffdruck messen, beim Essen aufrecht sitzen
Eingeschränkte KommunikationBedürfnisse können mitgeteilt werdenSprechventil nach ärztlicher Freigabe, Schreib- oder Buchstabentafel, Klingel in Reichweite
Notfallrisiko, unsichere AngehörigeAngehörige handeln im Notfall sicherNotfallset am Bett, Kanülenwechsel üben, Notfallplan gut sichtbar aufhängen

Weitere Beispiele zeigt unser Beitrag zur Pflegeplanung für Intensivpatienten.

Wer bezahlt? Behandlungspflege, Intensivpflege und Hilfsmittel

Braucht ein Mensch mit Tracheostoma Hilfe bei der Versorgung, kann die Ärztin oder der Arzt häusliche Krankenpflege verordnen. Die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses nennt dafür eigene Leistungen: Wechsel und Pflege der Trachealkanüle einschließlich Stomapflege, Absaugen der Atemwege bei stark eingeschränktem Abhusten und die Anleitung von Angehörigen. Die Krankenkasse zahlt, soweit niemand im Haushalt die Versorgung übernehmen kann.

Außerklinische Intensivpflege nach § 37c SGB V ist für Menschen mit einem besonders hohen Bedarf gedacht: wenn eine Pflegefachkraft ständig anwesend sein muss, weil täglich unvorhersehbar lebensbedrohliche Situationen eintreten können. Ein Tracheostoma allein begründet diesen Anspruch nicht. Der Medizinische Dienst prüft die Voraussetzungen vor Ort und danach jährlich. Bei Menschen mit Trachealkanüle wird zudem mindestens alle sechs Monate geprüft, ob die Kanüle entfernt oder die Beatmung verringert werden kann.

Intensivpflege ist zu Hause, in einer Wohneinheit für mehrere Intensivpflege-Patienten oder im Pflegeheim möglich. Erbringen dürfen sie nur Dienste und Einrichtungen mit einem Vertrag nach § 132l SGB V, die Krankenkasse berät zur Wahl des Ortes. Im Pflegeheim übernimmt sie dann auch Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten.

LeistungGrundlageZuzahlung bis Ende 2026ab 1. Januar 2027
Häusliche Krankenpflege (Kanülenwechsel, Absaugen, Anleitung) und außerklinische Intensivpflege zu Hause§ 37 und § 37c SGB V, ärztliche Verordnung10 % der Kosten plus 10 Euro je Verordnung, für höchstens 28 Tage im Jahr10 % plus 15 Euro je Verordnung
Außerklinische Intensivpflege im Pflegeheim oder in einer Intensivpflege-Wohneinheit§ 37c SGB V10 Euro je Tag, für höchstens 28 Tage im Jahr15 Euro je Tag
Hilfsmittel, etwa Absauggerät§ 33 SGB V, ärztliche Verordnung10 %, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Hilfsmittelmindestens 7,50 und höchstens 15 Euro
Hilfsmittel zum Verbrauch, etwa Filter für die künstliche Nase und Trachealkompressen§ 33 SGB V10 %, seit 30. Juli 2026 höchstens 15 Euro für den Monatsbedarfunverändert

Zuzahlungen leisten Sie im Jahr nur bis zur Belastungsgrenze von 2 Prozent der Bruttoeinnahmen, bei chronisch Kranken 1 Prozent.

Hilfe in Berlin

Neutrale und kostenlose Beratung zu Pflege, Hilfsmitteln und Anträgen bieten die Berliner Pflegestützpunkte über das Servicetelefon 0800 59 500 59, montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Austausch mit Menschen, die nach einer Kehlkopfoperation selbst mit einem Tracheostoma leben, vermittelt der Selbsthilfeverein der Kehlkopfoperierten in Berlin.

DAKOS ist seit 2012 als ambulanter Pflegedienst in Berlin tätig. Auf ärztliche Verordnung übernehmen wir Behandlungspflege, wir schulen und beraten Angehörige und helfen bei der Vermittlung von Logopädie und Physiotherapie. Unser Team spricht Deutsch, Russisch, Englisch, Serbisch und Polnisch. Welche Behandlungspflege wir in Ihrer Situation übernehmen können, klären wir in einem persönlichen Gespräch.

Fazit

Ein Tracheostoma ist eine künstliche Öffnung der Luftröhre, über die ein Mensch atmet, vorübergehend nach langer Beatmung oder dauerhaft nach einer Kehlkopfentfernung. Sicher wird der Alltag durch tägliche Pflege von Kanüle und Haut, befeuchtete Atemluft und einen geübten Notfallablauf. Essen und Sprechen sind oft wieder möglich, wenn Arzt und Logopädie zustimmen. Die Versorgung zu Hause bezahlt auf Verordnung die Krankenkasse, außerklinische Intensivpflege gibt es nur bei besonders hohem Bedarf.

Häufige Fragen zum Tracheostoma

Die Tracheotomie ist der Eingriff: Die Luftröhre wird vorne am Hals geöffnet, entweder durch Punktion und Aufdehnen am Krankenbett oder chirurgisch, indem die Luftröhre in die Haut eingenäht wird. Das Tracheostoma ist das Ergebnis, also die Öffnung, durch die der Mensch danach atmet. Meist liegt darin eine Trachealkanüle, die den Kanal offen hält. Umgangssprachlich heißt der Eingriff Luftröhrenschnitt.
Ein Tracheostoma sichert die Atmung, wenn der Weg über Mund, Nase und Kehlkopf nicht ausreicht. Häufige Gründe sind eine künstliche Beatmung über mehr als etwa zehn Tage, die Entfernung des Kehlkopfs bei Krebs sowie Tumoren oder Verletzungen der Atemwege. Bei schweren Schluckstörungen kann eine blockbare Kanüle die Lunge vor Speichel schützen. Über den Eingriff entscheidet das ärztliche Team mit den Betroffenen.
Oft ja, entscheidend ist die Schluckfunktion. Von den Menschen, die über eine Trachealkanüle beatmet werden, entwickeln etwa vier von zehn Schluckstörungen. Dann kann Nahrung in die Luftröhre geraten. Eine Logopädin oder ein Logopäde prüft, was sicher geschluckt werden kann, und trainiert das Schlucken. Nach einer vollständigen Kehlkopfentfernung sind Atem- und Speiseweg getrennt, Essen gelangt dann nicht in die Luftröhre.
Häufig ja. Mit geblockter Kanüle geht es nicht, weil die Atemluft am Kehlkopf vorbeiströmt. Wird die Kanüle entblockt und ein Sprechventil aufgesetzt, strömt die Luft beim Ausatmen wieder über die Stimmlippen. Das ist nur erlaubt, wenn keine schwere Verschluckungsgefahr besteht, darüber entscheidet das Behandlungsteam. Nach einer Kehlkopfentfernung sprechen Betroffene mit einer Stimmprothese oder einer elektronischen Sprechhilfe.
Ja, oft ist es nur vorübergehend. Ein durch Punktion angelegtes Tracheostoma schrumpft nach dem Entfernen der Kanüle meist schnell von selbst zu. Ein chirurgisch angelegtes braucht häufig eine Operation zum Verschluss. Vorher muss feststehen, dass die eigene Atmung reicht, der Hustenstoß kräftig genug ist und keine relevante Schluckstörung besteht. Nach einer vollständigen Kehlkopfentfernung bleibt das Tracheostoma dauerhaft.
Eine allgemeine Zahl gibt es nicht. Wie lange jemand lebt, hängt vor allem von der Erkrankung ab, die das Tracheostoma nötig gemacht hat, etwa Krebs, eine schwere Lungenerkrankung oder eine Erkrankung der Nerven. Manche Menschen brauchen die Öffnung nur einige Wochen, andere dauerhaft. Für die Sicherheit im Alltag zählen gute Pflege, freie Atemwege, ein Notfallausweis und Betreuende, die den Kanülenwechsel beherrschen.
Mindestens einmal am Tag, bei viel Sekret auch mehrmals. Bei zweiteiligen Kanülen lässt sich die Innenkanüle herausnehmen und säubern, während die Außenkanüle im Stoma bleibt. Gereinigt wird mit einer Kanülenbürste unter fließendem Wasser, desinfiziert nach Gebrauchsanweisung. Sehen Sie sich dabei jedes Mal auch die Haut um das Stoma an. Damit immer eine saubere Kanüle bereitliegt, bezahlt die Kasse mindestens zwei.
Die gesetzliche Krankenkasse. Auf ärztliche Verordnung übernimmt ein Pflegedienst als häusliche Krankenpflege den Kanülenwechsel, das Absaugen und die Anleitung von Angehörigen. Muss ständig eine Pflegefachkraft anwesend sein, kommt außerklinische Intensivpflege infrage, die nur besonders qualifizierte Ärztinnen und Ärzte verordnen und die der Medizinische Dienst prüft. Kanülen und Zubehör gibt es als Hilfsmittel auf Rezept, Erwachsene leisten Zuzahlungen.

Stand: September 2026. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Behandlung oder Schulung im Umgang mit der Trachealkanüle. Zuzahlungen nach dem Rechtsstand vom 30.09.2026 und den ab 01.01.2027 geltenden Änderungen. Die Leitlinien 020-015 und 017-076OL sind abgelaufen und werden überarbeitet; wir nutzen daraus nur allgemein anerkannte pflegerische Grundregeln.

Quellen

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